3 ° / 0 ° bedeckt

Navigation:
Frank Behling zu den Korvetten

Kommentar Frank Behling zu den Korvetten

Der Bau von fünf Korvetten für die deutsche Marine wird zu einer Herkulesaufgabe für die Juristen. Dabei schien alles klar: Der Marine gehen die Schiffe aus, der Bundeshaushalt kann Geld bewilligen und die Werften brauchen dringend Aufträge.

Doch der erste Fehler wurde im Bundesverteidigungsministerium mit einer Auftragsvergabe gemacht, die das Kartellamt bemängelte. Dabei sind es auch die Richtlinien, Verordnungen und Gesetze, die eine schnelle Lösung verhindern und den Kosten- und Zeitplan kollabieren lassen.

 Die Vorgaben für die europaweite Vergabe und Ausschreibung der Rüstungsprojekte stammen aus einer Zeit, als es noch ein Dutzend Werften für Marineschiffe in Nordeuropa gab. Inzwischen sind in allen europäischen Nato-Staaten die Werften aus Mangel an Aufträgen fusioniert: In den Niederlanden ist es die Damen-Gruppe, in Frankreich die DCNS, in Spanien Navantia und in Italien Fincantieri. Echter Wettbewerb ist Fehlanzeige, bei Rüstungsaufträgen gibt es diesen seit Jahren schon nicht mehr. Das ausgerechnet jetzt die Wettbewerbshüter ein Exempel statuieren wollen, verwundert schon. Die großen deutschen Marineprojekte gehen seit 15 Jahren an eine Arbeitsgemeinschaft aus TKMS und Lürssen. Angesichts der geringen Stückzahlen der Schiffe und U-Boote ist dies ein Weg, um Knowhow für die Werften zu sichern. Das Verteidigungsministerium muss die Kosten deckeln: Als Kunde muss es den Werften Grenzen setzen, bevor es die Kaufverträge mit der Industrie unterzeichnet.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

Mehr zum Artikel
Kieler Schiffbau
Foto: Der Streit um den Bau der neuen Korvetten ist noch nicht gelöst.

Es geht um viel Geld und um Jobs für Kieler Werften: Am Mittwoch soll der Finanzausschuss des Bundestages den Auftrag zur Beschaffung von fünf weiteren Korvetten der Klasse K130 geben. Doch nachdem sich die Werften über einen neuen Beteiligungsschlüssel geeinigt haben, droht neues Ungemach.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus KN-Kommentare 2/3