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Frank Behling zu den Nachwuchssorgen der Bundeswehr

Kommentar Frank Behling zu den Nachwuchssorgen der Bundeswehr

Die Abschaffung der Wehrpflicht liegt inzwischen fünf Jahre zurück. Aber die Bundeswehr ist weit davon entfernt, sich von diesem historischen Schritt zu erholen. Im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten hat Deutschland immer noch nicht das richtige Rezept gefunden, um erfolgreich Nachwuchs einzuwerben.

Am Geld für Imagekampagnen mangelt es nicht: Aktuell sollen zehn Millionen Euro für eine Plakataktion ausgegeben werden – sie wird vermutlich genauso wirkungslos verpuffen wie teure Showtrucks und Fernsehspots.

Der Dienst als Soldat ist im Vergleich zu anderen Berufen in Deutschland unattraktiv – und viele Gründe sind hausgemacht. Das jüngste Beispiel ist die Soldaten-Arbeitszeitverordnung. Was als Steigerung der Familienfreundlichkeit gedacht war, wird der Marine den nächsten Aderlass bringen. Ab 1. Januar sollen die Soldaten nicht mehr auf ihren Schiffen und Booten übernachten. Das ist für den 40-jährigen Bootsmann mit Haus und Familie am Heimatstandort eine große Erleichterung. Der 20-jährige Gefreiter sieht aber vor allem die fehlenden Zuschläge auf den Wehrsold, die bislang ein gewichtiger Grund für die Verpflichtung bei der Marine waren.

Die Kommandanten der Marineeinheiten haben ihrem Unmut über die neue Verordnung auf diversen Versammlungen Luft gemacht. Denn das wichtigste Werbemittel sind zufriedene Soldaten. Wenn jetzt der Marine die Soldaten davonlaufen, bringen auch teure Kampagnen nichts. Die zehn Millionen Euro wären in Form von Zulagen besser investiert.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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