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Frank Behling zu den Russen in der Nordsee

Kommentar Frank Behling zu den Russen in der Nordsee

Die Bilder der südwärts durch die Nordsee stampfenden grauen Kolosse erinnern an den Kalten Krieg. Ein Geschwader aus acht russischen Schiffen gab es seit Ende der Sowjetunion 1991 nicht mehr. Dennoch hätte das Bild auch 25 Jahre alt sein können: Alle acht Schiffe gab es damals nämlich schon.

Das Geschwader steht auch symbolisch für den Zustand der russischen Marine. Sie ist von Weltmacht-Niveau auf Mittelmaß geschrumpft und überaltert. Deshalb ist bei der Nato auch die Sorge vor Havarien größer als vor einem militärischen Konflikt.

Bei der Beschattung des russischen Flugzeugträgers können die Nato-Einheiten sogar die Radaranlagen abschalten. Die Antriebsanlage des Flugzeugträgers sorgt für eine so gewaltige Rauchwolke, dass sie bis zum Horizont sichtbar ist. Trotz des maroden Zustands der russischen Flotte dürfte das Potenzial der Kampfjets an Bord der „Admiral Kusnetsow“ aber allemal ausreichen, um die Lage der syrischen Zivilbevölkerung in den umkämpften syrischen Orten und der Großstadt Aleppo noch weiter zu verschlechtern.

Der kurze Abstecher des Verbandes durch die Nordsee ist dabei eher als ein Signal Putins an den Westen zu werten. Russland versucht mit aller Kraft, als Weltmacht wahrgenommen zu werden. Diesen Auftrag hat der russische Befehlshaber des Verbandes schon mal erfüllt. Die Bilder des Flugzeugträgers im Ärmelkanal waren auf allen internationalen Nachrichtensendern in Europa zu sehen.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Marine an Beschattung beteiligt
Foto: Der mehr als 300 Meter lange Flugzeugträger „Admiral Kusnetsow“, fotografiert von norwegischen Aufklärern.

Auf ihrem Weg Richtung Mittelmeer haben acht Schiffe der russischen Marine am Freitag das Seegebiet 120 Kilometer westlich von Helgoland passiert. Das ergaben Recherchen der Kieler Nachrichten.

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