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Frank Behling zum Hamburg-Süd-Verkauf

Kommentar Frank Behling zum Hamburg-Süd-Verkauf

Die Reederei Hamburg-Süd ist eines der letzten großen Vorzeigeunternehmen der deutschen Handelsflotte. Eine Reederei, die irgendwie zu Hamburg gehört wie der Michel oder das Hotel „Atlantic“.

Hamburg. Aber acht Jahre Schifffahrtskrise, eine halbherzige Schifffahrtspolitik der Bundesregierung sowie ein von Panik getriebenes deutsches Bankenwesen sind keine Perspektive für Anleger. Die Erben im Oetker-Clan hatten angesichts dieser Bedingungen auch keine Lust mehr auf Schifffahrt. Lieber jetzt das schnelle Geld.

Der Maersk-Konzern aus Dänemark ist ebenfalls seit Generationen in Familienhand. Es sind aber Menschen, die nicht nur die Rendite, Börsenkurse oder die Quartalszahlen im Blick haben. Andernfalls hätte der Møller-Clan angesichts der aktuellen Zahlen mit einem Verlust von 100 Millionen Dollar in diesem Jahr wohl kaum weitere Ausgaben bewilligt. Trotz des Risikos schlägt die Reederei aus Kopenhagen jetzt zu und übernimmt Hamburg-Süd. Der Kauf der deutschen Konkurrenz soll das Geschäft der Maersk-Line wieder nachhaltig in die Gewinnzone bringen. Dieses Vorgehen zeugt nicht nur von einer Portion Risikobewusstsein, sondern auch von unternehmerischem Mut. Daran hapert es offenbar bei den Oetker-Managern. So wie in vielen anderen Chefetagen von deutschen Konzernen auch.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Maersk Line übernimmt
Foto: „Cap San Marco“ (Hamburg-Süd) trifft „Ebba“ (Maersk) – oder: Deutschlands zweitgrößte Containerreederei wird 2017 Teil des Weltmarktführers.

Die dänische A.P. Møller-Gruppe übernimmt 2017 die deutsche Traditionsreederei Hamburg-Süd, die damit unter das Dach des Weltmarktführers Maersk-Line wechselt. Die Dänen zahlen einen noch nicht genannten Preis an den deutschen Oetker-Konzern.

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