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Frank Behling zum Lotsenmangel

Kommentar Frank Behling zum Lotsenmangel

Die Lage in der Schifffahrt ist dramatisch. Und in Deutschland wird zwar viel darüber diskutiert, wie den Reedereien geholfen werden kann, aber bislang zu wenig an die Menschen gedacht, die auf den Schiffen arbeiten. Nun brechen die Zahlen der Erstsemester an den Seefahrtsschulen dramatisch ein.

Die Ursache liegt auf der Hand: Allen Versprechen der Reeder zum Trotz sinkt die Zahl der Schiffe mit einer deutschen Flagge stetig. Der Wechsel zur Flagge eines EU-Landes wie Malta, Portugal oder Luxemburg wird gern als Kompromiss propagiert – aber auch dann tragen die jungen Offiziere tarifliche Nachteile und haben oft noch nicht einmal mehr die Chance auf einen besser dotierten Platz als Wachoffizier.

Wie aber sollen Firmen, Behörden und Lotsenbrüderschaften all die Stellen besetzen, für die sie bislang auf erfahrene Kapitäne aus der deutschen Schifffahrt zurückgreifen konnten? Der Vorschlag, den Weg zum Bachelor im Fach Nautik um ein spezielles Profil für die Seelotsenausbildung zu erweitern, zielt in die richtige Richtung. Denn wenn heute ein Kapitän aus der Handelsschifffahrt nach vier Jahren auf einem Containerschiff seine Grundausbildung als Lotse beginnt, hat er in der Asienfahrt weniger An- und Ablegemanöver gefahren als ein Lotse auf dem Nord-Ostsee-Kanal in einer Woche. Deshalb ist es sinnvoll, schon junge Menschen für die Tätigkeit auszubilden, die sie mutmaßlich über Jahrzehnte ausüben werden. Wichtig ist allerdings, dass daraus keine Abstriche an der Qualifikation der Lotsen folgen.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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