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Frank Behling zum Nato-Einsatz

Kommentar Frank Behling zum Nato-Einsatz

Die Nato soll mit einem Marineverband Schleuserbanden in der Ägäis aufspüren. Hochkomplexe Kampfschiffe gegen kleine Schlauchboote. Wer sich halbwegs mit den regionalen Besonderheiten der Ägäis und mit den Schleuserbanden auskennt, kann nur den Kopf schütteln.

An Kampfschiffen hat es zwischen Lesbos und Samos noch nie gemangelt. Seit Jahren patrouillieren dort moderne Fregatten und Küstenwachschiffe der Griechen und Türken. Die türkische Marine ist mit 48600 Soldaten und 200 Einheiten viermal größer als die Deutsche Marine. Griechenlands Marine kommt auf 19000 Soldaten und 100 Einheiten. Das Einsatzgebiet reicht zum Teil weniger als zehn Meilen von Küste zu Küste. Was soll dazwischen jetzt auch noch ein Nato-Verband? Selbst der Nato-Generalsekretär musste bei der Begründung für die Entsendung des Verbandes vor laufenden Kameras tief und lange durchatmen.

Wer Schleusern in der Ägäis das Handwerk legen will, muss am türkischen Festland aktiv werden. Berichte über den florierenden Handel mit dem Leid der Flüchtlinge gibt es aus den türkischen Küstenorten reichlich. Sogar Fabriken für Rettungswesten wurden dort entdeckt. Den Schlüssel zur Lösung hat einzig die Regierung in Ankara. Wer kritische Twitter-Kommentatoren und Journalisten auch im hintersten Winkel Anatoliens aufspüren kann, findet auch eine Handvoll Schleuser. Wenn er denn will.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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