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Frank Behling zum Rückzug der Stena Line

Kommentar Frank Behling zum Rückzug der Stena Line

Die Schließung der Verwaltung der Stena Line ist ein schwerer Schlag für Kiel. Unmittelbar vor dem 50-jährigen Routen-Jubiläum wird aus der Landorganisation mit 47 Mitarbeitern ein besserer Briefkasten. Diese Entwicklung war aber abzusehen.

Als der schwedische Fährkonzern im Zuge der Expansion die Schwedenverkehre der Scandlines-Reederei in Mecklenburg-Vorpommern übernahm, verschoben sich die Gewichte. In Rostock arbeiten über 240 Mitarbeiter für Stena. Und die möglichen Einsparpotenziale durch die Zentralisierung an einem Standort dürften für den Stena-Konzern verlockend sein.

Was Konzerne wie Siemens, Telekom oder Unilever vormachen, soll hier jetzt auch funktionieren. Dabei hat es Kiel getroffen. Hätte die Stadt das verhindern können? Kaum, da international agierende Konzerne auf lokale Aspekte wenig Rücksicht nehmen. Die Stena Line will sich effizienter aufstellen. Nicht ohne Grund: Der Wettbewerb in der Fährschifffahrt ist durch feste Querungen heute härter denn je. Und er wird mit der Fehmarnbelt-Querung noch härter. Die Reedereien, die ihre Struktur rechtzeitig anpassen, haben langfristig die besten Perspektiven. Auch die Color Line hat ihren Personalstamm gerade halbiert. Für Kiel ist es mittelfristig deshalb wichtig, dass die Fährlinie nach Göteborg ihren erfolgreichen Kurs fortsetzt. Die Auslastung ist profitabel und es gibt Wachstumsperspektiven. Deshalb gibt es trotz dieser traurigen Entscheidung einen kleinen Grund zur Hoffnung für die Zukunft.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Umzug nach Rostock
Foto: Die Landorganisation der Stena-Line schließt in Kiel.

Paukenschlag im Kieler Hafen. Die schwedische Reederei Stena Line wird ihre Niederlassung in Kiel schließen. Die Landorganisation der Stena Line Scandinavia AB mit 47 Mitarbeitern wird zum 1. Januar 2017 im Schwedenkai aufgelöst.

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