14 ° / 10 ° Regen

Navigation:
Frank Behling zum Schleppermarkt

Kommentar Frank Behling zum Schleppermarkt

Die Bugsier Reederei- und Bergungsgesellschaft ist ein Stück Hamburger Schifffahrtsgeschichte. Bergungsschlepper wie „Oceanic“, Titan“ und „Wotan“ oder die Kranschiffe „Thor“, „Energie“ und „Ausdauer“ haben von 1950 bis 1980 weltweit Maßstäbe in der Schleppschifffahrt gesetzt.

Bugsier-Schiffe räumten zweimal den Suezkanal von Wracks frei und retteten über Jahrzehnte bei jedem Sturm in Not geratene Schiffe zwischen Kapstadt und Grönland. Aber diese Erfolge sind heute Geschichte.

 In der Schleppschifffahrt wurde das deutsche Knowhow auf dem Weltmarkt längst durch die wesentlich flexibler agierenden Wettbewerber aus den Niederlanden, Spanien, Italien oder Dänemark kopiert und mit viel Geld weiterentwickelt. Ein gutes Beispiel sind die großen Bergungen oder Verschleppungen, wie zuletzt die „Costa Concordia“. Den Ton geben auf dem Markt längst international agierende Reedereien an, die wachsen und sich schnell den Veränderungen anpassen.

 Wenn jetzt die Reederei Fairplay den Wettbewerber Bugsier übernimmt, ist es vermutlich der einzige Weg, damit zumindest mittelfristig eine deutsche Reederei im Kampf um Schlepperaufträge überlebt. Mit 100 Schleppern ist die neue Flotte in einer Position der Stärke. Ob sich diese Stärke auch bald in wieder stabilen Raten und schwarzen Zahlen beim Betrieb der Schlepper auszahlen wird, muss sich noch zeigen.Bericht Seite 12

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

Mehr aus KN-Kommentare 2/3