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Frank Behling zur Bilanz des Nord-Ostsee-Kanals

Kommentar Frank Behling zur Bilanz des Nord-Ostsee-Kanals

Seit der Jahrtausendwende hat sich der Warentransport auf dem Nord-Ostsee-Kanal von 40 auf über 90 Millionen Tonnen mehr als verdoppelt. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Schiffspassagen reduziert. Immer weniger Schiffe befördern also immer mehr Ladung.

2017 kommt nun der nächste Schub: Dann wird die Reederei Maersk neue Zubringerschiffe (Feeder) mit einer Ladekapazität von 3600 Containern in der Ostsee einsetzen. In Bezug auf Länge (200 Meter) und Breite (32,2 Meter) könnten diese Schiffe auch den Kanal passieren – die zu Kaisers Zeiten gebauten Schleusen erlauben 310 Meter Länge und 42 Meter Breite. Allerdings werden der neuen Maersk-Generation im Kanal 50 Zentimeter unterm Kiel fehlen.

Die Vertiefung um einen Meter ist seit Jahren in der Diskussion – und auch in Planung. An der zügigen Umsetzung hapert es aber – wie so oft in Deutschland. Allein Planfeststellungsverfahren und Umweltverträglichkeitsprüfung werden noch mindestens vier Jahre dauern. Ob dann der Bau starten kann, hängt vom Verlauf der Ausschreibung und den politischen Mehrheiten in Berlin ab. Der Bundesverkehrsminister rechnet mit einem Abschluss der Kanal-Vertiefung zwischen 2026 und 2028. Die Maersk-Schiffe werden dann schon zehn Jahre in Fahrt sein. Die Dänen haben angesichts der Bürokratie und unkalkulierbarer Umwelt-Hemmnisse in Deutschland ihren Haupthafen für Westeuropa längst in Rotterdam eingerichtet. Dort lassen sich Infrastrukturmaßnahmen zügig umsetzen.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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