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Frank Behling zur Gorch Fock

Kommentar Frank Behling zur Gorch Fock

Der Ausfall der „Gorch Fock“ ist ein Alarmzeichen. Die Bark ist das letzte verbliebene Schulschiff der deutschen Marine. Am 1. Juli starten die 250 Offiziersanwärter in Mürwik ihre Ausbildung. Eigentlich ist ein Praktikum an Bord eines Marineschiffes in den ersten sechs Monaten eine Grundvoraussetzung.

Daraus wird jetzt nun nichts. Die Marine hat in den vergangenen Monaten vier Fregatten abgeben müssen. Die verbliebenen Schiffe sind alle in Einsätzen und Manövern gebunden. Deshalb muss schnell Ersatz für die seemännische Grundausbildung her. Die Charterung eines zivilen Schiffes wäre eine Lösung. So wie vor 16 Jahren, als die „Gorch Fock“ schon mal länger ausfiel.

Die Bedeutung einer Grundausbildung auf einem Segelschiff steht außer Frage. Ob es 100 Meter lang sein muss, drei Masten braucht oder Platz für 200 Kadetten haben muss, sei dahingestellt. Hier ist jetzt die Marine gefordert, entsprechende Alternativen zu suchen. Denn: Nur auf einem Segelschiff lernt ein Kadett den Umgang mit den Gewalten der Natur, den Gefahren auf See. Diese Erfahrung braucht ein Offizier auch dann, wenn er später auf einer hochmodernen Fregatte seinen Dienst verrichtet.

Die Investitionen in die „Gorch Fock“ sind deshalb wichtig und richtig – nicht zuletzt auch, weil das Schiff mit dem vor 100 Jahren in der Skagerrakschlacht gefallenen Namensgeber wie kein zweites für die Tradition der heutigen Marine steht.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Ausbildungsreise abgesagt
Die „Gorch Fock“ muss die Winterreise absagen. Alle drei Masten des 58 Jahre alten Segelschulschiffes müssen erneuert werden.

Die Reisepläne für die „Gorch Fock“ nach Kuba sind geplatzt – die Werftzeit für das Schiff dauert unerwartet länger. Der Grund: Alle drei Masten des stolzen Schiffes müssen runter. Diese Erneuerung sprengt den kompletten Zeitrahmen für die Überholung bei der Elsflether Schiffswerft.

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