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Frank Behling zur Lage der Werften

Kommentar Frank Behling zur Lage der Werften

Die Werften sind kein x-beliebiger Wirtschaftszweig in Deutschland. Sie sind der Ort, an dem Schlüsseltechnologien gepflegt werden. Schiffbau ist Motor für Innovation, durchaus vergleichbar mit der Luft- und Raumfahrttechnologie.

Die Nutzung der Meere reicht von Windparks über Fischerei und Aquakultur bis hin zum Tiefseebergbau. Die Nutzung der Meere erfordert auch leistungsfähige Schiffe. Wenn dieses Knowhow in Deutschland erhalten bleiben soll, müssen auch deutsche Werften eine Zukunft haben. Dabei geht es nicht unbedingt um Containerschiffe. Entscheidend ist vielmehr der Bau hochwertiger Spezialschiffe. Sie müssen auch in Zukunft kostendeckend zwischen Emden und Wolgast gebaut werden können.

Reagiert die Bundesregierung nicht, werden die deutsche Werften bald nur noch Kriegs- und Kreuzfahrtschiffe bauen. Direkte Subventionen sind aber der falsche Weg. Durch Subventionszahlungen wird meist eine veraltete Technik am Leben gehalten. Die Förderung muss in der Vergabe von Aufträgen zum Bau von Spezialschiffen bestehen. Der Bund ist nämlich auch ein Großreeder. Mehr als 100 Forschungsschiffe, Tonnenleger oder Patrouillenboote tragen die Bundesflagge am Heck. Viele sind überaltert. Im nächsten Jahr wird beispielsweise das Kieler Forschungsschiff „Poseidon“ 40 Jahre alt. Es ist höchste Zeit für einen Neubau. Warum nicht mit einem neuartigen LNG-Antrieb? Hier könnte der Bund Vorreiter sein und den Werften den Weg ebnen.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Foto: Der Bau großer Handelsschiffe wie hier in Flensburg bei der Werft FSG ist heute in Deutschland die absolute Ausnahme. Diese Aufträge sind überwiegend nach Osteuropa und Asien abgewandert.

Auf den deutschen Werften geht wieder die Angst vor einem Personalabbau um. Grund sind rasant schrumpfende Auftragsbestände bei den Werften, die auf zivile Schiffe setzen. Die Gewerkschaft IG Metall Küsten hatte die Betriebsräte von 40 Schiffbaubetrieben befragt und stellte die Ergebnisse am Montag in Hamburg vor.

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