16 ° / 13 ° Sprühregen

Navigation:
Frank Behling zur „Mosvik“-Havarie

Kommentar Frank Behling zur „Mosvik“-Havarie

Unglücke kündigen sich nicht an. Das hat sich gestern auch auf der Kieler Förde gezeigt. Die Havarie der „Mosvik“ geschah ohne Ansage an einem Freitagnachmittag. Nur um Haaresbreite konnte die Besatzung ein Kentern verhindern.

Letztlich trieben nur einige Hundert Holzteile in der Kieler Förde und bedrohten andere Schiffe. Jedoch: Für die Bergung stand nur ein Kran zur Verfügung. Das zeigt ein weiteres Mal, wie wichtig das Vorhalten von entsprechendem Notfallgerät ist. Wäre das Unglück im März passiert und statt der Holzpakete wären Stahlcontainer über Bord gegangen, hätte der Kanal für mehrere Tage gesperrt werden müssen. Denn erst seit April ist der Schwimmkran „Griep To II“ der Schifffahrtsverwaltung im Dienst. Gestern war er die Rettung. Ohne ihn hätten die Trümmer nicht aus der Schleusenzufahrt geborgen werden können.

 Der Unterhalt und die Investitionen für Notfallschiffe am Kanal waren dem Bundesrechnungshof in der Vergangenheit mehrfach ein Dorn im Auge. Zuletzt war das 2012 der Fall. Als zu teuer und überflüssig wurde die Anschaffung kritisiert und auf private Reedereien verwiesen. Fakt ist aber auch, dass gestern der nächste verfügbare private Schwimmkran in Hamburg lag. Der Kanal hätte für mindestens 24 Stunden gesperrt werden müssen. Die Erkenntnis ist einmal mehr: Notfallgerät lässt sich nicht betriebswirtschaftlich betreiben. Das muss auch Rechnungsprüfern klar vermittelt werden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

Mehr zum Artikel
Holz wird geborgen
Foto: Die Besatzung der "Mosvik" konnte ein Kentern des Schiffes gerade noch verhindern.

Beim Einlaufen in die Holtenauer Schleuse ist es am Freitag zu einer schweren Havarie gekommen. Gegen 14:30 Uhr verrutschte an Bord des Frachters "Mosbik" die Holzladung. Große Pakete mit Holz fielen über Bord und treiben in der Förde.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus KN-Kommentare 2/3