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Frank Behling zur chinesischen Marine

Kommentar Frank Behling zur chinesischen Marine

Die Denkschrift „Der Einfluss der Seemacht auf die Geschichte“ aus dem Jahr 1890 bestimmte die Marinepolitik der USA im 20. Jahrhundert. Autor war ein gewisser Alfred Thayer Mahan. Der Konteradmiral der US Navy gilt bis heute als Vordenker der modernen Seemacht.

Generationen amerikanischer Offizieranwärter lernten Mahans Thesen über die Bedeutung der Kontrolle von Seewegen.

Seit einiger Zeit lesen auch Chinas Marineoffiziere Mahans Thesen – was von den Asiaten auch bestätigt wird. Allerdings: Mit der praktischen Umsetzung haperte es bislang. Chinas Marine war ein halbes Jahrhundert allein auf den Schutz der eigenen Küste ausgerichtet. Damit ist nun Schluss. Innerhalb einer Dekade hat Peking einen fundamentalen Kurswechsel vollzogen. Gemessen an der Zahl der Zerstörer, Fregatten, U-Boote und Versorgungsschiffe hat China hinter den USA die zweitgrößte Flotte. Flugzeugträger sind in Planung. China hat dabei Russlands Rolle als militärisches Gegengewicht zu den USA auf den Weltmeeren übernommen.

Der Kampf gegen Piraten und die Präsenz in der Antarktis sind Alltag für Chinas Marinesoldaten. Deshalb war es auch nur eine Frage der Zeit, bis chinesische Verbände in der Ostsee aufkreuzen würden. Alfred Thayer Mahan hat wieder einmal Recht gehabt: Wirtschaftlicher Erfolg ist eng mit der Kontrolle über die Seewege verbunden. Das war schon 1890 so. Es hat sich bis heute nicht geändert.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Kampfverband
Foto: Im Januar besuchte eine Delegation der chinesischen Marine unter Leitung von Admiral Zhang Chuanshu das U-Boot „U 995“ in Laboe. Im Oktober möchte die chinesische Marine nach einem vierwöchigen Ostsee-Besuch mit einem Verband erstmals den Nord-Ostsee-Kanal passieren.

Auf der Ostsee herrscht Eiszeit. Erst vorige Woche fingen zwei dänische Abfangjäger russische Bomber des Typs Tupolev TU-22M ab. Seit Dienstag üben über 50 Schiffe und Flugzeuge aus 17 Staaten im Kattegat und in der westlichen Ostsee unter deutscher Führung. Mitten in die Anfangsphase des Manövers „Northern Coast“ platzt jetzt auch ein Verband aus China.

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