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Frank Lindscheid zum Schutz vor Einbrüchen

Kommentar Frank Lindscheid zum Schutz vor Einbrüchen

Immer mehr professionelle Banden gehen im „reichen“ Deutschland systematisch auf Raubzug, aber auch die „profane“ Beschaffungs- und Kleinkriminalität sorgt dafür, dass das Bedrohungsgefühl vieler Bürger steigt. Die Große Koalition hat also ein großes Thema ausgemacht. Spät, aber immerhin.

Das Dilemma: Verbrechensbekämpfung ist in allererster Linie Sache der Länder. Deshalb bleibt der Bundesregierung nicht viel mehr als gut gemeinter Aktionismus. Härtere Strafen? Das Abschreckungspotenzial dürfte bei Tätern, die sich schnell wieder ins Ausland absetzen, kaum Wirkung zeigen. Ein subventioniertes Aufrüstungsprogramm für Wohnungen? Staatlich geförderte Sicherheitsschlösser, Panzerriegel und Alarmanlagen? Nicht verkehrt aus Sicht von Mietern, Hauseigentümern und Handwerk. Nur drängt sich der Verdacht auf, dass ein Staat, der solche Mittel wählt, schon halb kapituliert hat. Und außerdem werden letztlich ohnehin nur ein paar Brosamen bleiben, denn von einer steuerlichen Absetzbarkeit in größerem Umfang rücken die Koalitionäre bereits wieder ab. Viel Symbolik, wenig Handfestes.

Das Problem dreht sich immer wieder um den archimedischen Punkt: Die Ermittler brauchen mehr Personal und Ausstattung, um auch das Sicherheitsgefühl der Diebe zu erschüttern. Es wäre eben besser, wenn die Richtigen zittern müssen. Was die schwarz-rote Koalition da zu unternehmen gedenkt, blieb in Göttingen noch offen. Man sollte die Erwartungen vermutlich nicht zu hoch schrauben.

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Frank Lindscheid
Nachrichten- Redaktion

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