14 ° / 9 ° Regen

Navigation:
Gerhard Müller zur Entlassung von Uli Hoeneß

Kommentar Gerhard Müller zur Entlassung von Uli Hoeneß

Der Fußballer Uli Hoeneß hat während seiner Karriere mehr als 100 Tore erzielt. Unvergesslich blieb allerdings ein Tor, das er nicht geschossen hat. 1976 im EM-Finale gegen die Tschechoslowakei, aus elf Metern. Am Montag hat sich sein vermutlich wichtigstes Tor hinter ihm geschlossen.

Der Steuerhinterzieher Hoeneß durfte das Gefängnis in Landsberg auf Bewährung verlassen, obwohl für seine am 2. Juni 2014 angetretene Haftstrafe von dreieinhalb Jahren gilt: Es ist erst Halbzeit. Das ist schön für den Sünder, zugleich aber unschön für das Rechtsempfinden. Ersttäter kommen üblicherweise erst nach zwei Dritteln ihrer Strafe auf Bewährung frei. Dies nährt den Verdacht, dem Wurstfabrikanten sei von der bayrischen Justiz eine Extrawurst gebraten worden.

 Hoeneß, der 1982 einen Flugzeugabsturz überlebte, hat nun erneut zweimal Glück gehabt. Hätte das Landgericht München 2014 einen besonders schweren Fall von Steuerhinterziehung erkannt und seine Delikte addiert, wäre ein Strafmaß von neun Jahren möglich gewesen. Nun bewerteten Augsburger Richter, dass der Börsenzocker den Schaden in Höhe von fast 50 Millionen Euro inklusive Zinsen beglichen hat, sich im Knast vorbildlich verhielt und seine Sozialprognose tadellos ist. Das ist rechtlich vertretbar.

 Der Normalbürger dürfte deshalb dazu neigen, den Fall abzuhaken. Der Ex-Präsident des FC Bayern hat ein übles Eigentor geschossen, er hat dafür gebüßt. Gut ist’s.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
FC Bayern
Foto: Uli Hoeneß wurde vorzeitig entlassen.

Uli Hoeneß hat es geschafft. Er muss nicht mehr ins Gefängnis. Nach 21 Monaten in Haft wurde der 64-Jährige vorzeitig entlassen. Erst einmal will er Urlaub machen, wie es heißt. Im Sommer fällt angeblich die Entscheidung über seine Zukunft beim FC Bayern.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus KN-Kommentare 2/3