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Heike Stüben zu Bohrschlamm

Kommentar Heike Stüben zu Bohrschlamm

Jahrzehntelang gehörten die Pferdekopfpumpen zum alltäglichen Bild in Schleswig-Holstein. Diese Art der scheinbar harmlosen Erdölförderung war weit akzeptiert, die Risiken durch Bohrschlämme kein Thema, Kritiker wurden belächelt. Heute wissen wir: Der Boden ist das Gedächtnis unseres Handelns.

Kiel. Dabei ist die Bohrschlamm-Problematik sicher nicht so groß wie in Niedersachsen, wo regelrechte Schlamm-Deponien eingerichtet wurden. In Schleswig-Holstein sind es eher viele kleinere Ablagerungen. Die haben aber eine Tücke: Sie sind leicht zu übersehen und geraten schneller in Vergessenheit. Die Aussage vieler betroffener Bürgermeister, so lange sei keiner im Dienst, als dass er sich noch an die Pferdekopfpumpe und den Bohrschlamm erinnere, zeigt: Dieses Umweltproblem muss schnellstens angepackt werden.

Schleswig-Holstein hat das bisher im Stillen gemacht. Auf Druck von Piraten und CDU ist jetzt erstmals eine Liste öffentlich geworden. Genug, damit wir Bürger uns dieser Altlast bewusst werden. Noch zu wenig, um das Ausmaß des Problems auch nur annähernd beurteilen zu können. Deshalb ist es gut, dass die unteren Bodenschutzbehörden die Risikofälle weiter eingrenzen und abarbeiten.

Die Anfragen von CDU und Piraten haben aber eines bereits bewirkt: Die Fracking-Gegner im Land haben jetzt mit der ungeklärten Altlast ein weiteres Argument gegen die Ölförderung im Land.

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Foto: An die Zeit der Erdölförderung in Schwedeneck erinnert diese Pferdekopfpumpe im Ortsteil Sprenge.

An 100 Stellen im Land lagern möglicherweise giftige Bohrschlämme. Das hat das Umweltministerium in der Antwort auf eine Anfrage der Piraten-Fraktion bekanntgegeben. Wie viele Tonnen es sind und ob die Abfälle aus der Erdölförderung gefährlich sind – das kann bisher niemand beantworten.

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