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Heike Stüben zu Fehlzeiten in Schleswig-Holstein

Kommentar Heike Stüben zu Fehlzeiten in Schleswig-Holstein

Jahr für Jahr sagen uns die Krankenkassen, warum wir im Vorjahr wie lange krank geschrieben waren. Natürlich sind das Durchschnittswerte und dementsprechend gering ist die Aussagekraft der einzelnen Statistik. Doch wenn über Jahre mehrere große Krankenversicherungen zu sehr ähnlichen Ergebnissen kommen, dann sollte man Schlussfolgerungen ziehen.

Kiel. Frauen fehlen häufiger als Männer und besonders häufig wegen seelischer Leiden. Der Stress spielt dabei eine besondere Rolle, und der nimmt automatisch zu, wenn Frauen mit Kindern berufstätig sind und das zunehmend in Vollzeit und ohne familiären Rückhalt. In Städten und Regionen, in denen viele Erwerbstätige mit niedrigem Sozialstatus – und das betrifft wiederum viele Frauen – leben und in bestimmten Branchen arbeiten, sind die Fehlzeiten besonders hoch. Alles nicht neu.

Studien etwa des Robert-Koch-Instituts belegen längst, dass Dauerstress und niedriger Sozialstatus mit höheren Erkrankungsrisiken einhergehen. Es gibt also kein Erkenntnis-, sondern eher ein Umsetzungsproblem. Mehr individuelle Lebensarbeitszeit-Modelle, mehr auskömmliche Arbeit, gleicher Lohn für Frauen und Männer, keine Arbeitsverdichtung bis zum Anschlag. Sicher, die Krankenkassen bieten den Firmen Beratungen zum Gesundheitsmanagement an. Doch oft nehmen Arbeitnehmer die Angebote dann nicht an. Vielleicht, weil sie finden, dass hohe Krankenstände nicht nur ein individuelles, sondern vor allem ein Strukturproblem sind.

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Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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Foto: Schnupfen, Husten, Heiserkeit: Allein im Februar 2015 lagen laut Gesundheitsreport sieben Prozent der AOK-Versicherten mit einer Erkältung im Bett. Neben der üblichen Grippewelle können viele Arbeitnehmer aber auch wegen Rückenschmerzen nicht ins Büro gehen.

In Neumünster sind die Erwerbstätigen am meisten krank, in den Kreisen Nordfriesland und Pinneberg haben sie die wenigsten Fehltage. Bei Krankschreibungen von Arbeitnehmern gibt es in Schleswig-Holstein deutliche regionale Unterschiede.

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