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Heike Stüben zu Kiels Flüchtlingsunterkünften

Kommentar Heike Stüben zu Kiels Flüchtlingsunterkünften

Wohnungen statt Container in Suchsdorf – muss man nur laut genug protestieren und schon wird eine Flüchtlingsunterkunft gekippt? Nein. Auf der Informationsveranstaltung im Februar hatte Sozialdezernent Gerwin Stöckern immer wieder betont, dass noch nichts entschieden sei.

Viele Bürger haben ihm das damals nicht abgenommen, manche ihn sogar der Lüge bezichtigt. Sie werden jetzt eines Besseren belehrt.

Eine Kehrtwende ist das nicht. Die Stadt handelt nur folgerichtig. Sie muss für beides sorgen – für preiswerten, neuen Wohnraum und für Gemeinschaftsunterkünfte. Das Aus für die Container in Suchsdorf bedeutet ja nicht, dass der Stadtteil keine Flüchtlinge aufnehmen muss. Dies wird den Bürgern allerdings deutlich erleichtert. Indem dort Menschen mit Bleiberecht wohnen werden – da ist die Schwelle, auf sie zuzugehen, niedriger als bei ständig wechselnden Bewohnern. Und weil zunächst deutlich weniger Flüchtlinge als die ursprünglich vorgesehenen 170 dort einziehen werden.

Man sollte sich aber nichts vormachen: Wird mehr Fläche bebaut, und das ist angesichts der Flächengröße nicht unrealistisch, ist die Zahl 170 durchaus zu erreichen. Das wäre auch nur fair gegenüber den Stadtteilen, die schon länger überproportional viel Integrationsarbeit leisten. Und deshalb muss auch für Schilksee gelten: Die Stadt kann keinen Stadtteil aus der Pflicht zur Integration entlassen. Diese Aufgabe ist nur zu stemmen, wenn die Lasten gerecht verteilt werden.

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Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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Suchsdorf
Foto: Die veränderte Planung in Suchsdorf bedeutet nicht, dass die Stadt keine Flächen für Gemeinschaftsunterkünfte mehr benötigt: Auf dem Parkplatz Tempest in Kiel-Schilksee wird ein Containerdorf für Flüchtlinge errichtet.

In Suchsdorf an der Au wird kein Containerdorf für Flüchtlinge entstehen. Stattdessen werden auf der Fläche preiswerte Wohnungen gebaut. Sie sollen Menschen mit niedrigem Einkommen und Flüchtlingen mit einem Aufenthaltsstatus zur Verfügung stehen.

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