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Heike Stüben zu Schülerfotos

Kommentar Heike Stüben zu Schülerfotos

Schülerfotos sind ein einträgliches Geschäft. Anders ist nicht zu erklären, wie um die Fotogenehmigungen in Schulen gekämpft wird. Dass dabei einige Anbieter auch vor Korruption nicht zurückschrecken, ist bekannt. Mal werden der Schule pro verkauftem Foto ein paar Cent zugesagt, mal wird mit einer Verschönerung gelockt oder – vermeintlich harmlos – mit einer Foto-CD aller Schüler.

Ganz unabhängig, wie die aktuellen Ermittlungen der Kieler Staatsanwaltschaft ausgehen, sind das offenbar keine Einzelfälle. Die Schule als Schacherplatz? Nein danke!

Doch selbst wenn ein Fotograf auf dubiose Geschäftspraktiken verzichtet, kritisieren Eltern die Aktion. Sie bekommen alle Jahre wieder vom Nachwuchs freudestrahlend Leporellos in die Hand gedrückt. Inhalt: ein Klassenfoto und ein Porträt des Kindes, das gleich in diversen Formaten ins Haus kommt. Dann heißt es: bezahlen, was man nie bestellt hat – oder das Kind enttäuschen und das Fotopaket zurück in die Schule tragen lassen.

Immerhin haben Beschwerden bewirkt, dass Schulen inzwischen vorher die notwendigen Einwilligungen einholen. Oft passiert das aber über einen Schüleraufnahmebogen, in dem die Einwilligung nur fürs Gesamtpaket – Klassenfoto plus Porträt – möglich ist. Klar kann ein Klassenfoto eine schöne Erinnerung an die Schulzeit sein. Aber was bitte haben Porträtaufnahmen mit Schule zu tun? Eine klare Trennung würde viele Eltern entlasten – und dubiose Geschäftemacher abschrecken.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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Heikles Geschäft
Foto: Ein Schulfotograf aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg ist ins Visier der Kieler Staatsanwaltschaft geraten, weil er sich mit Hilfe unerlaubter Zuwendungen Aufträge in Schulen und Kindergärten verschafft haben soll.

Korruption beim Klassenfoto? Ein Schulfotograf aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg ist ins Visier der Kieler Staatsanwaltschaft geraten, weil er sich mit Hilfe unerlaubter Zuwendungen Aufträge in Schulen und Kindergärten verschafft haben soll.

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