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Heike Stüben zu den Altlasten im Meer

Kommentar Heike Stüben zu den Altlasten im Meer

Mit Geomar, der Kieler Universität und Firmen wie ANT und Hirdes hat der Norden den Sachverstand, um ein weltweit drängendes Problem in Angriff zu nehmen: die umweltfreundliche Beseitigung der Munition in unseren Meeren.

Mitarbeiter in Ministerien wie Jens Sternheim haben jahrelang darauf hingearbeitet, dass das Problem endlich gesehen wird. Druck gemacht haben auch Umweltverbände wie der NABU. Doch erst diese Landesregierung traut sich, die tickende Zeitbombe anzupacken.

Der wirtschaftliche Druck hat das sicher befördert. Niemand will so ein Desaster wie beim Windpark vor Borkum riskieren: Dort hatten Munitionsfunde das Projekt monatelang verzögert. 100 Millionen Euro soll das gekostet haben. Zudem hat die italienische Mafia, die sich munter an der Munition im Meer bedient, die kriminelle Dimension der Altlasten offenbart. Vor allem aber hat die Landesregierung erfasst, dass eine sichere Munitionsvernichtung ein Exportschlager werden könnte. Dass man das auch auf Bundesebene so sieht und den Wissenschaftlern im Norden ein wirtschaftsfähiges Produkt zutraut – das zeigen die 5,2 Millionen Euro des Bundes für die beiden Projekte Roboter-Entwicklung und Umweltüberwachung.

Gelängen sie, hätten aber vor allem Mensch und Meeresbewohner gewonnen: Dann könnte an unserer Küste an einem Tag so viel Munition unschädlich gemacht werden wie die Männer vom Munitionsräumdienst heute unter Lebensgefahr in einem Jahr schaffen.

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Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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Habeck stellt neues Projekt vor
Foto: Munitionsfunde in der Ostsee sollen geborgen werden: Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD), Prof. Dr. Peter Herzig (Direktor GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel) und Umweltminister Robert Habeck (Grüne) legen selber symbolisch Hand an um eine schwedische Ankertaumine von 1912 zu entsorgen, die um die ursprünglich enthaltenen 70 KG TNT erleichtert wurde.

Die ersten Muschelkörbe sind versenkt. Die Weichtiere sind Teil eines einmaligen Forschungsprojekts, das Landesregierung und Geomar am Dienstag in Kiel gestartet haben. Dabei soll systematisch untersucht werden, welche Gefahren von der Munition im Meer ausgehen.

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