2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Heike Stüben zu den Ausländerbehörden

Kommentar Heike Stüben zu den Ausländerbehörden

Die Beschwerden über Ausländerbehörden sind lang. Nicht immer sind sie berechtigt. Unstrittig ist aber, dass die Mitarbeiter in den Kreisen und kreisfreien Städten heillos überlastet sind. Folge einer Spirale aus zu wenig Personal, Überforderung, Erkrankung, noch mehr Arbeit.

Zwar sind in diesem Jahr bisher nur gut 8600 Flüchtlinge nach Schleswig-Holstein gekommen. Doch viele, die bereits im vergangenen Jahr gekommen sind, müssen immer noch regelmäßig zur Ausländerbehörde. Die Arbeit wird also nicht weniger, sondern mehr. Eine gute Ausstattung der Immigrationsbehörden ist deshalb nicht nur für die Flüchtlinge und das Personal selbst wichtig. Die Gesellschaft als Ganzes profitiert davon.

Denn häufige Argumente gegen Flüchtlinge lauten in der öffentlichen Debatte: Viele Flüchtlinge leben ohne gültige Papiere unter uns. Viele Flüchtlinge leben auf Kosten unserer Sozialsysteme. Tatsächlich haben viele Flüchtlinge keine gültigen Ausweispapiere. Tatsächlich könnten schon viel mehr arbeiten oder eine Ausbildung machen. Der Grund dafür liegt aber keineswegs nur bei den Flüchtlingen. Oft hakt es daran, dass die Ämter die Ausweise nicht rechtzeitig verlängern können, dass die Genehmigungen für Ausbildung und Arbeit nicht oder verspätet erteilt werden. Ausländerbehörden, die gut aufgestellt werden, sind deshalb auch ein wesentlicher Baustein zur Integration. Und sie können den Vereinfachern und Flüchtlingsgegnern Argumente entziehen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

Gewinnspiele

Kostenlos mitmachen
und mit etwas Glück
jetzt gewinnen!

Veranstaltung in...

Aktuelle
Veranstaltungen
und Tagestipps!

Anzeige
Mehr zum Artikel
Kritik an Ausländerbehörden
Foto: Die Kirche um Bischof Gothard Magaard fordert die Landesregierung auf, Integrationsmöglichkeiten weiter auszunutzen.

Jede zweite Ausländerbehörde in den Kreisen und kreisfreien Städten ist gar nicht oder nur eingeschränkt arbeitsfähig. So lautet die Bestandsaufnahme von Diakonie und Flüchtlingsrat.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus KN-Kommentare 2/3