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Heike Stüben zu den Kita-Gebühren

Kommentar Heike Stüben zu den Kita-Gebühren

Die nächste Landesregierung ist nicht zu beneiden. Gleichgültig, wer das Rennen macht: Die neue Koalition wird sich schnell mit dem Thema Kita beschäftigen müssen. Es gilt, die Quadratur des Kreises zu schaffen.

 Denn einerseits sollen die Elternbeiträge nach und nach abgeschafft, aber zumindest bezahlbar gehalten und nach einem einheitlichen, transparenten System festgelegt werden. Andererseits muss in mehr Personal investiert werden, wenn man auch künftig Nachwuchs für Kitas gewinnen und vor allem in den Einrichtungen halten will.

Will man beides, bedeutet das einen enormen finanziellen Kraftakt und erfordert die Entscheidung, wo man dafür Abstriche macht. Eine Alternative gibt es nicht. Ohne eine funktionierende Kinderbetreuung würden weite Teile des Wirtschaftslebens zusammenbrechen. Eine weitere Baustelle betrifft die Wirtschaft selbst: Das Kita-Personal beklagt zunehmend, dass Eltern ihre kranken Kinder in die Kitas bringen und dort regelrechte Erkrankungswellen auslösen. Doch was sollen Eltern machen, die das Kontingent für kranke Kinder aufgebraucht und keine Oma in der Nähe haben? Wenn die Wirtschaft die Berufstätigkeit beider Eltern fordert und die Politik diese mit ihren Rahmenbedingungen – Stichwort Rente – erzwingt, müssen die Arbeitsbedingungen familienfreundlicher werden. Flexiblere Arbeitszeiten, die Chance, zu Hause zu arbeiten – das würde am Ende auch Kitas entlasten.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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