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Heike Stüben zu den Portalpraxen

Kommentar Heike Stüben zu den Portalpraxen

Wer einmal in einer Notaufnahme saß, weiß: Das könnte schneller gehen. Das liegt an knappem Personal, an langen Wegen, an der überhöhten Anspruchshaltung mancher Patienten.

Wenn jemand drei Wochen lang Rückenschmerzen hat, damit arbeitet, Sport treibt, seine Freizeit verbringt und sich dann, weil es gerade passt, am Wochenende selbst in der Notaufnahme einliefert, dann missbraucht er diese lebensrettende Noteinrichtung. Weil das leider kein Einzelfall ist, werden in Schleswig-Holstein seit längerem Portalpraxen gefordert. Bisher leider vergeblich.

Dabei liegen die Vorteile auf der Hand. Die Kombination von Arztpraxis und Klinik hätte für die Patienten den Vorteil: Er hat bei akuten Beschwerden jederzeit eine Anlaufstelle und bekommt dort die Hilfe, die notwendig ist – ambulant in der Portalpraxis, stationär in der Klinik oder wenn zumutbar in der Sprechstunde bei seinem Hausarzt. Die Kombination von Praxis und Notaufnahme löst sicher nicht alle Probleme. Aber sie würde zumindest die Notaufnahme für die wirklichen Notfallpatienten freihalten.

Dass Portalpraxen bisher legal nicht rund um die Uhr betrieben werden dürfen, ist systembedingt: Hier die niedergelassenen Ärzte – dort die Krankenhäuser. Zwei getrennte Systeme, vor allem zwei verschiedene Abrechnungssysteme. Um künftig eine gute Gesundheitsversorgung sicherzustellen, werden ambulant und stationär enger verzahnt werden müssen. In Schleswig-Holstein ist man dazu bereit. Nun muss die Bundesebene dafür schnell die Voraussetzungen schaffen.

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Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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