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Heike Stüben zu sexueller Gewalt

Kommentar Heike Stüben zu sexueller Gewalt

Der Umgang mit dem Vorwurf sexueller Gewalt ist immer eine Gratwanderung. Ist der Verdacht überhaupt berechtigt? Wie kann man das herausfinden? Schließlich wäre es für den Beschuldigten verheerend, würde er zu Unrecht verdächtigt. Vor allem: Wie kann man helfen, ohne das Risiko für das Opfer zu vergrößern?

Kiel. Mit diesen Fragen fühlen sich viele Lehrkräfte, aber auch Mitarbeiter in Kitas, Jugendheimen und Vereinen alleine gelassen. Die Initiative „Schule gegen sexuelle Gewalt“ ist deshalb eine große Chance, den Opfern zu helfen. Denn alleine können sie das nicht.

Schule hat einen unschlagbaren Vorteil: Hierher kommen alle Kinder. Hier kann man mit Aufklärung, Prävention und Hilfe alle erreichen. Dazu müssen aber wesentliche Voraussetzungen erfüllt sein: Die Schulleitung muss sexuelle Gewalt zu einem Thema machen. Lehrkräfte müssen in die Lage versetzt werden, Missbrauch und Gewalt zu erkennen. Das erfordert nicht nur Wissen, sondern auch Zeit. Es muss ein festes Handlungsraster geben, wie bei einem Verdacht vorzugehen ist. Und: Ohne Kooperation mit Profis von außen geht es nicht. Das alles ist offenbar längst noch nicht überall selbstverständlich. Sonst würden die Fachleute viel häufiger von Schulen hinzugezogen.

Klare Ansage gegen sexuelle Gewalt ist aber notwendig. Für die betroffenen Kinder. Aber auch, damit das Tabu in anderen Bereichen gebrochen wird. Es darf nicht länger weggeschaut werden.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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