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Heike Stüben zum Artensterben

Kommentar Heike Stüben zum Artensterben

Ob Wildbiene, Bussard oder Küchenschelle – wir dezimieren unsere Umwelt beharrlich und äußerst effizient. Über 30 Prozent aller untersuchten Arten in Deutschland sind gefährdet, hat das Bundesamt für Naturschutz (BfN) festgestellt.

Eine dramatische Entwicklung und ein Armutszeugnis für ein Land, das gerne einmal von armen Staaten fordert, doch bitte keinen Regenwald mehr zu roden und den Raubbau an der Natur einzustellen. Und Schleswig-Holstein?

Dem grünen Umweltminister Robert Habeck merkt man an: Die Aufbruchstimmung von einst ist der Resignation oder besser dem Realitätssinn gewichen. Er stecke nur Stöckchen in große Speichen. So beschreibt der Minister selbst seine Naturschutzarbeit. Bitter, aber es stimmt ja: Eine Kehrtwende in der Artendezimierung ist nur mit einer kompletten Verhaltensänderung der Verbraucher oder mit viel Geld zu machen. Das erste ist nicht in Sicht. Und ein einzelnes Bundesland kann die Landwirtschaft nicht umbauen in eine Richtung, die heißen müsste: weniger intensiv, bodenschonend, umweltgerecht und dennoch auskömmlich.

All die guten Schutzansätze, alle Ausgleichszahlungen vom Land für Blühstreifen und Co. können nur punktuell wirken. Ohne eine grundsätzlich andere Agrar- und Subventionspolitik der Europäischen Union wird es deshalb wohl weiter bergab gehen mit der Artenvielfalt.

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Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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Jagd- und Artenschutzbericht
Foto: 30 Greifvögel wurden im vergangenen Jahr in Schleswig-Holstein vergiftet.

Erstmals hat das Umweltministerium Zahlen zu vorsätzlichen Vergiftungen von Großvögeln wie Rotmilan, Seeadler und Mäusebussard vorgelegt. Danach konnten bei rund 40 Prozent der untersuchten Totfunde Vergiftungen nachgewiesen werden.

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