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Heike Stüben zum Flüchtlingsstrom

Kommentar Heike Stüben zum Flüchtlingsstrom

So langsam ist jedem klar: Die Fluchtbewegung nach Europa stellt uns vor Herausforderungen, die die Mehrheit von uns noch nie erlebt hat. 15.000, 20.000, am Jahresende wahrscheinlich 35.000 – allein eine menschenwürdige Unterbringung wird von Tag zu Tag schwieriger zu organisieren.

Und sie ist dennoch nur ein kleiner Vorgeschmack auf die finanziellen und menschlichen Anstrengungen, die von beiden Seiten notwendig sein werden, damit aus denen, die hierbleiben, irgendwann Mitbürger und Nachbarn werden.

Dass die Landesregierung jetzt Tausende weitere Plätze in Erstaufnahmeeinrichtungen aus dem Boden stampfen will, ist notwendig. Aber es ist eben nur eine Erste-Hilfe-Maßnahme. Sie wird Widerstand an vielen Orten erzeugen, weil sich Bürger hinters Licht geführt fühlen. Beispiel Kiel: 500 Flüchtlinge waren für die Erstaufnahmeeinrichtung angekündigt, inzwischen sind es zeitweise fast doppelt so viele. Weil es nicht anders geht. Weil die kurzfristige Reaktion die langfristige Planung ersetzt hat. Weil vermeintliche Grundsätze wie der Sparkurs oder Baustandards plötzlich nicht mehr gelten können.

Fragt man Mitarbeiter in den Flüchtlingseinrichtungen, wie sie das vervielfachte Pensum überhaupt noch bewältigen, hört man oft: Einfach machen. Das ist zwar kein Rezept, das auf Dauer funktionieren wird. Aber es ist ein Beleg für die Willenskraft vieler Schleswig-Holsteiner, die Ausnahmesituation gemeinsam meistern zu wollen.

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Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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Foto: Mit einem Bündel an Forderungen haben sich die Kreispräsidenten Schleswig-Holsteins ans Land gewandt. Kubicki hat die Flüchtlingspolitik des Bundes kritisiert und der Landesbischof spricht von einer historischen Schwelle vor der Deutschland stehe.

Mit einem Bündel an Forderungen haben sich die Kreispräsidenten Schleswig-Holsteins ans Land gewandt. Die Landesregierung müsse weitere Erstaufnahmekapazitäten im Lande schaffen und Flüchtlinge ohne Bleibeperspektive nicht weiter auf die Kommunen verteilen, forderten die Kreispräsidenten bei ihrem Treffen in Elmshorn.

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