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Heike Stüben zum Lösungsvorschlag im Kita-Streik

Kommentar Heike Stüben zum Lösungsvorschlag im Kita-Streik

Lange gab es nicht mehr so viel Sympathie für Streikende wie bei dem Tarifkonflikt im kommunalen Erziehungs- und Sozialdienst. Kaum aber hat ein Streik Familien auch derart belastet wie der vierwöchige Streik.

Eltern am Rande der Erschöpfung und Kinder, die ihre täglichen Rituale, ihre Spielkameraden und vertrauten Betreuer vermissten und oft gar nicht verstehen konnten, warum plötzlich der Alltag aus den Fugen geraten war. Nein, so notwendig die konsequente Haltung der Beschäftigten war – bitte nicht noch einmal! Wir haben verstanden!

Die Kommunen, aber auch alle Arbeitgeber, die junge Eltern beschäftigen, und die Mütter und Väter kleiner Kinder werden spätestens jetzt eine verlässliche Kinderbetreuung schätzen. Und keiner wird mehr eine Schieflage abstreiten, wenn die stellvertretende Kita-Leiterin mit fast 30-jähriger Berufserfahrung so viel verdient wie die Tochter in ihrem ersten Job als Chemielaborantin.

Wird der Schlichterspruch umgesetzt, wird diese Unwucht nicht komplett beseitigt. Aber es wäre eine Verbesserung, mit der Arbeitgeber und Eltern leben könnten. Denn sie sind es, die angesichts leerer kommunaler Kassen die Tariferhöhungen tragen müssen. Deshalb muss endlich darüber diskutiert werden, ob man die Personalfinanzierung weiter primär den Kommunen aufbürdet. Der Bund mischt in Kitas immer stärker inhaltlich mit. Doch wie immer mehr Aufgaben – Beispiel Integration von Flüchtlingskindern – bewältigt werden, soll man bitte vor Ort sehen. Das wird auf Dauer nicht funktionieren.

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Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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Schleswig-Holstein
Foto: Jörg Bülow, Landesgeschäftsführer des Schleswig-Holsteinischen Gemeindetages, betonte, dass die Vorschläge der Schlichter den kommunalen Kitaträgern deutliche Mehrkosten bescheren würden.

Neue Hoffnung in Sachen Kita-Streik: Die Schlichter haben einvernehmlich Erhöhungen für die Berufsgruppen im Sozial- und Erziehungsdienst der Kommunen vorgeschlagen. Ob die Tarifparteien sich auf diesen Vorschlag einigen werden, ist aber noch unklar.

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