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Heike Stüben zum Vorschlag, das Bargeld abzuschaffen

Kommentar Heike Stüben zum Vorschlag, das Bargeld abzuschaffen

Auf den ersten Blick scheint es eine völlig absurde Diskussion: Das Bargeld ganz abschaffen? Das kann doch niemand ernst meinen. Mit Genugtuung nimmt man zur Kenntnis, dass ein anderer Wirtschaftsweiser, aber auch Bundesbank, Handel und Bundesregierung unisono die Forderung Peter Bofingers kritisieren. Doch warum tun sie das? Weil sie die Abschaffung des Bargeldes tatsächlich für absurd halten? Oder nur weil der Vorstoß Bofingers verfrüht kommt und damit psychologisch kontraproduktiv ist?

Einiges spricht für Letzteres. Zum Beispiel Sätze wie: Die Nachteile der Bargeld-Abschaffung überwiegen heute klar die Vorteile. Und was ist übermorgen? Aufhorchen lässt auch das Werben dafür, die großen Scheine abzuschaffen und das Bezahlen mit Karten schneller und leichter zu machen. Das mag kundenfreundlich sein. Das mag auch den Wünschen der Generation „Alles mit dem Smartphone“ entgegenkommen. Aber es führt eben auch dazu, dass das Bezahlen mit Karten zunehmen wird. Kehrt sich das Verhältnis aber erst einmal um und die Mehrheit der Bezahlvorgänge läuft elektronisch, dann lässt sich argumentieren: Der Verbraucher will ja lieber mit Karte zahlen!

Deshalb: Das Bargeld ist ein Auslaufmodell. Bis zur Abschaffung wird es Jahre dauern, aber sie wird kommen, weil sie den Konsum ankurbelt. Die Schuldnerberatungsstellen wissen das: Je leichter man mit Plastikgeld zahlen kann, desto schneller ist die Karte gezückt. Auch wenn man sich es eigentlich nicht leisten kann. Seite 3

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Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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