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Heike Stüben zum Wohnungsbau

Kommentar Heike Stüben zum Wohnungsbau

Wohnungsmangel? Es gibt doch genug leere Wohnungen im Land, heißt es oft. Stimmt zwar nicht ganz. Aber rein rechnerisch wären weit weniger neue Wohnungen notwendig als in der neuen Prognose angegeben. Nur: Die meisten leeren Wohnungen liegen am falschen Ort.

Die Menschen haben ja ihre Gründe, warum sie dort nicht wohnen wollen: Ausbildung- oder Studienplatz, der eigene Arbeitsplatz oder der des Partners, unzureichende Kita-Öffnungszeiten, eine schlechte Verkehrsanbindung... Dazu kommt: Vor allem junge Leuten, auch gut ausgebildete Paare werden von dem Lebensgefühl in den angesagten Städten angezogen. Wer da als Gemeinde junge Leute halten oder wiedergewinnen will, kann nur mit attraktiven Grundstücken und Wohnungen punkten.

 Das Problem: Das Gros der Wohnungen muss bis 2020 stehen. Das ist offenbar verschlafen worden. Unmöglich wäre es nicht gewesen. In den Jahren 1995 bis 1999 wurden jedes Jahr 21000 Wohnungen im Land gebaut – jetzt hätten es 15600 bis 17000 sein müssen. Doch man hat zu lange gezögert – jahrelang die Mahnungen etwa des Mieterbundes ignoriert. Ob das Versäumnis noch aufzuholen ist, ist fraglich. Sicher ist: Oft hakt es schon daran, dass es nicht genug Planer in den Kommunen gibt. Und sollten wieder mehr Flüchtlinge kommen oder die meisten Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren – ist diese Prognose wieder überholt.

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Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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