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Heike Stüben zum Wohnungsbau für Flüchtlinge

Kommentar Heike Stüben zum Wohnungsbau für Flüchtlinge

Es ist schon verrückt: Seit Jahren wird mehr sozialer Wohnungsbau angemahnt. Nun haben wir es offenbar den Flüchtlingen zu verdanken, dass der Bau von öffentlich gefördertem Wohnraum zu günstigen Mietpreisen richtig Fahrt aufnimmt.

Notwendig ist das auf jeden Fall. Einerseits, weil mehr und mehr Wohnungen aus der Sozialbindung fallen. Andererseits, weil der Bedarf an preiswertem Wohnraum wächst – durch mehr Studenten, wachsende Altersarmut und nun auch durch neuen Flüchtlinge, deren Zahl sich noch gar nicht abschätzen lässt. Selbst wenn man sich in der EU endlich auf eine gerechte Verteilung der Flüchtlinge einigt und damit weniger Menschen nach Deutschland kämen, werden viele der jetzigen Flüchtlinge noch ihre Familien nachholen. Das ist gut für die Demografie, aber es ist auch eine Herausforderung für den Wohnungsbau. Denn aus der Unterbringung einer Person muss dann eine Wohnung für vier, sechs oder acht Personen werden.

Diese Herausforderung erfordert neue Konzepte. Die Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen hat ein solches Konzept für den Wohnungsbau vorgelegt. Der Flüchtlingsgipfel könnte ein weiteres Konzept liefern. Die engere Zusammenarbeit der Gemeinden ist unabhängig von den Flüchtlingen sinnvoll. Doch auch sie lag brach. Wie der soziale Wohnungsbau. Die enorme aktuelle Herausforderung setzt offenbar in vielen Bereichen ungeahnte Energien frei.

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