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Heike Stüben zur Ärzte-Korruption

Kommentar Heike Stüben zur Ärzte-Korruption

Der Fall Hanserad rückt wieder einmal den Fokus auf die schwarzen Schafe im Gesundheitswesen. Wenn es stimmen sollte, was die Ermittler zusammengetragen haben, dann ist der Fall des Röntgenologen aus Hamburg eine andere Nummer als die anderen Betrügereien mit falschen Abrechnungen, die die Kassen zusammen mit Kripo und Staatsanwaltschaften aufdecken.

Der spektakuläre Fall sollte deshalb nicht dazu verleiten, alle im Gesundheitswesen unter Generalverdacht zu stellen. Tatsächlich sind die (bekannten) schwarze Schafe nur eine kleine Minderheit. Aber sie haben das Zeug, eine ganze Branche in Verruf zu bringen. Deshalb haben nicht nur im Fall Hanserad immer wieder Ärzte selbst Hinweise gegeben und fordern selbst strengere Gesetze. Denn noch ist so manches, was der Normalbürger als rechtswidrig empfindet, im Gesundheitswesen durchaus erlaubt. Zum Beispiel: Wenn niedergelassene Ärzte von Pharmafirmen Bestechungsgeschenke annehmen, können sie bisher nicht wegen Korruption strafrechtlich belangt werden.

 Ein Gesetz zur Bekämpfung von Korruption im Gesundheitswesen ist deshalb seit Langem überfällig. Patienten müssen sich darauf verlassen können, dass die verordneten Medikamente ihnen und nicht dem Arzt helfen. Die Bundesregierung hat nach langem Hin und Her endlich ein solches Gesetz vorgelegt. Verabschiedet ist es allerdings immer noch nicht.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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Foto: Am Dienstag beginnt in Hamburg der Prozess um den wohl spektakulärsten Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen.

Am Dienstag beginnt in Hamburg der Prozess um den wohl spektakulärsten Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen. Es geht um einen Schaden von 34 Millionen Euro und das ehemalige Praxen-Imperium Hanserad in Hamburg, Neumünster, Geesthacht, Dannenberg und Boizenburg.

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