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Heike Stüben zur Arzttermingarantie

Kommentar Heike Stüben zur Arzttermingarantie

Kein langes Warten mehr auf die Ultraschalluntersuchung oder die Verschreibung der neuen Brille. Hört sich gut an. Doch ob die Terminservicestellen das halten, was sich der Bundesgesundheitsminister verspricht, ist fraglich.

Erstens müssen die Fachärzte mitspielen. Melden sie ihre freien Kapazitäten nicht an die Servicestelle, können auch keine Termine vermittelt werden. Zweitens wird es im Flächenland Schleswig-Holstein schwierig, bestimmte Fachärzte in erreichbarer Nähe anzubieten. Eine halbe Stunde Entfernung soll zumutbar sein. Bei Menschen auf dem Land, die auf Bus oder Bahn angewiesen sind, sind 30 Minuten aber schnell erreicht.

Und dann die größte Hürde: Wer den Terminservice nutzt, hat weder Anspruch auf den Wunscharzt noch auf einen Wunschtermin. Freie Arztwahl – adé! Wird da nicht derjenige, der gute Erfahrung mit seinem Facharzt gemacht hat, lieber länger warten, als sich auf einen weiter entfernten, unbekannten Arzt einzulassen? Vor allem aber: Gibt es keinen Ersatztermin, sollen die Patienten ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Kapazitäten sektorenübergreifend zu nutzen, macht Sinn. Aber gehen die Menschen dann auch wirklich in die Kliniken?

Insgesamt also viele Unwägbarkeiten. Aber vielleicht will Gesundheitsminister Gröhe auch nur eines bewirken: Druck machen auf Fachärzte und Kassenärztliche Vereinigungen.

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Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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Terminvergabe
Foto: Schneller zum Facharzt: Mit einer Überweisung vom Hausarzt sollen Patienten künftig einen Gutscheincode für dringende Termine bekommen, die sie dann in der Servicestelle einlösen können.

Wer einen Facharzt benötigt, soll ab 23. Januar innerhalb von vier Wochen behandelt werden. Eine Terminservicestelle, eingerichtet von der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH), soll dafür sorgen. Kritik kommt von Fachärzten: Terminservicestellen seien überflüssig und populistisch.

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