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Heike Stüben zur Debatte um den Albig-Brief

Kommentar Heike Stüben zur Debatte um den Albig-Brief

Die SPD steckt im Dilemma. Sie will beitragsfreie Kitas und Krippen, kann sie aber nicht bezahlen. Da erschien die schrittweise Entlastung der Eltern als Ausweg – die Eltern merken, dass die SPD ihr Versprechen anpackt, der grüne Koalitionspartner hält still. Doch die Strategie wird zum Bumerang.

Plötzlich flackert die Diskussion ums Betreuungsgeld wieder auf, wird um Mütter, Erziehung und Berufstätigkeit gestritten. Doch der zentrale Begriff fehlt: Chancengleichheit. Die haben Kinder nur, wenn sie von Anfang an gefördert werden. Aus vielen Gründen erleben das viele Kinder zu Hause nicht. Deshalb muss jedes Kind die Chance auf eine qualifizierte Kinderbetreuung haben.

Und der Brief von Albig? Ist Auslöser der Debatte, nicht aber die Ursache der missglückten Strategie. Was die Eltern aufregt, ist doch die Erkenntnis, dass vom Krippengeld durch steigende Gebühren kaum etwas übrig bleibt. Eltern von Kita-Kindern fühlen sich gar zusätzlich belastet, weil sie keine 100 Euro bekommen, ihre Kita-Beiträge aber kräftig steigen: Erste Kommunen verlangen von ihnen nicht 30 Prozent der Kosten, sondern bis zu 42 Prozent.

Die SPD hätte also erst das Grundproblem anpacken sollen: den Finanzierungsdschungel der Kita-Betreuung. Das Geld kommt von sechs Seiten, und jede steht unter Spardruck. Hätte das Land zuerst die Finanzierung an sich gezogen und die Elternbeiträge vereinheitlicht – dann wäre die schrittweise Entlastung tatsächlich bei den Eltern angekommen.

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Streit ums Krippengeld
Foto: Torsten Albigs Krippen-Brief wird heiß diskutiert.

Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat mit seinem Krippen-Brief eine hitzige Debatte über die beste Betreuung von Kindern ausgelöst. Die CDU kritisierte den 100-Euro-Zuschuss als „Abgabeprämie“ und falschen Anreiz, „damit Eltern ihre Kinder nicht zu Hause großziehen“.

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