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Heike Stüben zur Hundehaltung

Kommentar Heike Stüben zur Hundehaltung

An die Franzosen reichen wir lange nicht heran: Dort soll in 38 Prozent der Haushalte ein Hund leben, in Deutschland nur in jedem elften. Aber es gibt eine bemerkenswerte Entwicklung.

Kiel. Hierzulande waren Hunde lange Zeit weniger Familienmitglied und Sozialpartner, sondern häufig als Wach- und Jagdhund gefragt. Oder als Statussymbol. Nun dreht sich was, und die Rassehunde-Statistik bestätigt das: Während die Hundezahl massiv stieg, hat der Anteil der Rassehundwelpen abgenommen. Ist den Hundefreunden der Stammbaum schnuppe? Oder kaufen sie lieber einen billigen Welpen aus dem Ausland? Das ist unklar.

 Fest steht aber, dass die Deutschen ein großes Herz zeigen für Straßenhunde aus dem Ausland. Eine Kreatur retten – das passt zu der Analyse, dass es den Menschen weniger ums Äußere des Tieres als um einen engen emotionalen Bezug geht. Ja, das sagt einiges über soziale Defizite in unserer Gesellschaft aus. Nur: Ohne Hunde wäre es noch schlechter um die Lebensqualität vieler Menschen bestellt.

 Zudem lohnt sich die Hundeliebe. Für Städte und Gemeinden, deren Hundesteuer-Aufkommen sich seit 1990 fast verdreifacht hat. Für die Wirtschaft, die mit der Hundeliebe 4,6 Milliarden Umsatz macht. Für die Tourismus-Branche, die immer häufiger Vier-Pfoten-Arrangements anbietet. Und vielleicht auch für Dörfer im demografischen Wandel: In Lehmkuhlen bei Preetz verzichtet man ganz bewusst auf die Hundesteuer, um das Dorfleben attraktiv zu halten. Eine Politik, die sich auszahlen könnte.

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Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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