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Heike Stüben zur Stallpflicht

Kommentar Heike Stüben zur Stallpflicht

Die Hobby-Geflügelzüchter gehen auf die Barrikaden und lassen ihre Tiere frei. Das haben zwar schon viele Halter gemacht, aber immer heimlich, still und leise.

Die Rebellen aber wollen den offenen, vor allem den öffentlichen Widerstand. Und das kann Umweltminister Robert Habeck gar nicht schmecken. Denn unter den Rebellen sind auch grüne Parteikollegen, und zwar nicht nur einfache Mitglieder.

 An der Basis kommt der Umgang des Ministers mit der Vogelgrippe ohnehin nicht gut an. Dass zum Schutz einer Geflügelwirtschaft, die vorwiegend auf Massentierhaltung in hermetisch abgeschlossenen Ställen setzt, ausgerechnet die artgerecht gehaltenen Tiere leiden müssen, trifft die grüne Seele ins Mark. Das kann in Wahlkampfzeiten gefährlich werden – auch wenn nicht Habeck zur Wahl steht, sondern Monika Heinold.

 Immerhin lassen die Rebellen mit ihrer Ansage den Grünen noch ein Türchen offen. Bis zum Freitag ist genug Zeit, die Stallpflicht außerhalb der Beobachtungsgebiete aufzuheben. Doch das reicht nicht: Denn der nächste Herbst kommt bestimmt. Entweder gibt es bis dahin ein neues Konzept – oder es wird bald niemanden mehr geben, der die genetische Vielfalt der Geflügelrassen erhält.

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Gegen Stallpflicht
Foto: Die Rassegeflügelzüchter wollen ihre Tiere wieder aus dem Stall lassen.

Den Rassegeflügelzüchtern in Schleswig-Holstein platzt der Kragen: Mindestens 15 Halter wollen am Sonnabend, 8. April, ihre Tiere aus dem Stall lassen – und damit bewusst gegen die vom Land angeordnete Stallpflicht verstoßen.

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