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Heike Stüben zur Überdüngung

Kommentar Heike Stüben zur Überdüngung

Wir belasten unsere Böden mit Stickstoff und Pestiziden, laugen sie aus mit Monokulturen – alles im Vertrauen auf die Fähigkeit der Böden, sich zu regenerieren. Doch unsere Grundwasserproben zeigen: Diese Fähigkeit ist begrenzt und an einigen Stellen schon überschritten. Nicht nur deshalb ist die Abkehr von der Überdüngung notwendig.

Kiel. Übernutzung der Böden, das bedeutet eben auch schlechte Wasserqualität und Artenschwund im und auf dem Boden. Die Folgen: abnehmende Bodenfruchtbarkeit, mehr Erosion. So geht immer mehr von unserer Lebensgrundlage verloren – pro Kopf auf der Welt schon drei Tonnen im Jahr. Ein stilles Selbstvernichtungsprogramm.

Es ist deshalb ein Skandal, dass Deutschland jahrelang die Novellierung der Düngeverordnung verweigert hat und nun die Empfehlungen der Wissenschaftler nur halbherzig umsetzen will. Die Landwirte sollten nicht darauf warten, sondern handeln. Ein Drittel macht das schon. Aber es müssen alle tun. Wenn nicht aus Verantwortungsbewusstsein, dann aus Eigennutz.

Wirtschaftlich nicht machbar, argumentieren CDU und Landwirte. Die Kieler Forscher widersprechen. Der Düngerüberschuss lasse sich deutlich senken – ohne wirtschaftliche Einbußen. Das wäre ein Anfang. Die Debatte, ob wir unsere Umwelt kaputtmachen wollen, um immer mehr zu produzieren, Fleisch und Milchprodukte in Länder zu exportieren und den Bauern dort die Wirtschaftsgrundlage zu entziehen, ersetzt das nicht.

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Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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Wasser
Foto: Besonders betroffen sind Gebiete mit intensiver Tierhaltung und mit vielen Biogasanlagen.

Die Belastung für Grundwasser, Gewässer und Luft durch die Landwirtschaft ist noch größer als bisher bekannt. Das zeigt der erste Nährstoffbericht des Landes. „Mehr als Zweidrittel der Landwirte haben sich beim Düngen nicht an die gute fachliche Praxis gehalten“, sagt Prof. Friedhelm Taube, einer der Autoren.

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