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Jan v. Schmidt-Phiseldeck zur Windkraft in Schleswig-Holstein

Kommentar Jan v. Schmidt-Phiseldeck zur Windkraft in Schleswig-Holstein

Immer höher hinaus: Ein Windrad mit einer Gesamthöhe von 200 Metern zu bauen, das ist technisch ohne Probleme möglich. Und es ist für viele Hersteller ein erstrebenswertes Maß, denn die Nennleistung steigt mit der Größe der Rotoren. Doch riesige Blätter machen die Anlagen auch schwerer und teurer. Das viele Material erhöht den Aufwand für Montage und Transport. Zudem setzen den Rädern auch die steigenden Zentrifugalkräfte kräftig zu – besonders an den Rotorenden.

Dass die Hersteller auch im windreichen Schleswig-Holstein auf erste Prototypen für eine optimierte Windernte setzen, liegt aus ihrer Sicht auf der Hand – wirtschaftlich möglich macht es die garantierte Vergütung durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Ministerpräsident Torsten Albig muss sich jedoch die Frage stellen, was der neue technische Höhenflug für den politisch gewollten Umstieg auf Öko-Strom bewirkt. Immer mehr Gemeinden und Bürgerinitiativen wollen zu Recht bei der Planung von Windparks vor ihrer Haustür mitreden. Nicht nur über die Anzahl der möglichen (Neu-)Anlagen, sondern auch über die Auswirkungen, die die neuen Rotorgiganten auf Gesundheit, Wertverlust von Immobilien und Landschaftsbild haben.

Deshalb wäre die Landesregierung gut beraten, für neue Windräder zügig ein gesetzliches Höhenlimit festzulegen, um Schleswig-Holstein nicht als Experimentierfeld der Windkraftbranche freizugeben. Die Energiewende funktioniert nur mit einer breiten Akzeptanz in der Bevölkerung. Baulicher Wildwuchs hat da keinen Platz.

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Jan von Schmidt-Phiseldeck
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Windkraft in Schleswig-Holstein
Foto: Fertig: Die erste 200-Meter-Anlage Schleswig-Holsteins steht in Holtsee.

Wenn es um Rekorde in Sachen Windkraft geht, liegt Dänemark ganz vorne: Der Prototyp einer Anlage auf einem Testfeld in Østerild hält mit einer Gesamthöhe von 222 Metern und einer Leistung von acht Megawatt derzeit den Weltrekord. Noch: Denn auch in Schleswig-Holstein strecken sich die Rotorblätter immer weiter in die Himmel.

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