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Jan von Schmidt-Phiseldeck zum Preisverfall beim Öl

Kommentar Jan von Schmidt-Phiseldeck zum Preisverfall beim Öl

Die Freudengefühle, die manchen Autofahrer derzeit an der Tankstelle überkommen, könnten abrupt enden. Wenn sich das Erdölkartell Opec heute tatsächlich auf eine neue Strategie seiner Förderpolitik verständigen sollte, würden kurzfristig auch wieder die Preise für Sprit – und für Heizöl – nach oben schnellen.

Die Frage ist nur: Hält sich die Opec dieses Mal an eine selbst verordnete Kürzung der Fördermenge? Ihre Strategie, immer mehr Öl in den Markt zu pumpen, um den Schieferöl-Produzenten in den USA Marktanteile abzunehmen, ist jedenfalls gescheitert.

Zwar gelten fallende Ölpreise schlechthin als Schmiermittel einer globalen Konjunkturbelebung, dennoch sind die negativen ökologischen Auswirkungen nicht zu unterschätzen. Ein Beispiel: Die Ölheizung, seit etlichen Jahren als aussterbende Gattung betrachtet, steigt wieder in der Gunst der Verbraucher – Hersteller sprechen schon von einem Boom. Die Nachfrage nach Wärmepumpen oder Biomasse-Anlagen bricht dementsprechend deutlich ein. Und auch das ökologische Bewusstsein manchen Pkw-Fahrers beugt sich der Ökonomie – so günstig war’s ja lange nicht mehr an der Zapfsäule. Auf der Suche nach alternativer Energieversorgung mussten Speditionen, Reedereien und Fluggesellschaften bislang ihre Flotten schnell erneuern. Dieser ökonomische Druck fällt derzeit weg. Weniger Investitionen, weniger Innovationen: Billige Energie lähmt den Fortschritt – weltweit.

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Jan von Schmidt-Phiseldeck
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Preisverfall
Foto: Am Mittwochabend fiel der Dieselpreis an einigen Tankstellen unter einen Euro.

Ungeachtet der vielen Krisenherde stürzt der Ölpreis immer weiter ab. Verbraucher können sich die Hände reiben: Dieselkraftstoff kostete in einigen Orten Deutschlands, darunter auch Kiel, zeitweise wieder weniger als einen Euro. Heizöl ist trotz des nahenden Winters so günstig wie seit sechs Jahren nicht mehr.

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