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Jan von Schmidt-Phiseldeck zur Erntebilanz

Kommentar Jan von Schmidt-Phiseldeck zur Erntebilanz

Landwirtschaft in Not: Für die ohnehin mit sinkenden Weltmarktpreisen kämpfende Branche bedeutet die magere Ernte in diesem Jahr einen weiteren Tiefschlag.

Schleswig-Holsteins Landwirte sind im Bundesvergleich dabei noch mit einem blauen Auge davongekommen, weil der Norden als „Gunstregion“ aufgrund des Klimas und der Böden generell gute Anbaubedingungen bietet.

70 Prozent der Landesfläche werden landwirtschaftlich genutzt, zwei Drittel davon für Ackerbau. Doch weil die Betriebe das Vierfache des hierzulande benötigten Getreides produzieren, sind sie besonders stark von unbeständigen globalen Preisen betroffen.

Nach den Milchbauern und Schweinehaltern sind jetzt die Ackerbauern nach Jahren der Ernterekorde auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Betriebe, die sich rechtzeitig breit aufgestellt haben, die verstärkt auf regionale Vermarktung oder auf (Bio-)Nischenproduktion gesetzt haben, können dagegen oftmals wirtschaftlich in ruhigerem Fahrwasser schippern.

Versprochene Millionenhilfen von EU und Bund sollten zunächst schnellstmöglich an schlingernde Betriebe ausgezahlt werden. Das Höfesterben kann alleine mit Geldspritzen jedoch nur herausgezögert werden. Entscheidend wird sein, wie Landwirtschaft künftig mit der Ressource Boden verfährt. Wer auf optimierte Sorten, erweiterte Fruchtfolge sowie geringeren Dünger- und Pestizideinsatz setzt, spart Geld und schont die Natur. Qualität statt Quantität ist deshalb das Gebot der Stunde.

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Jan von Schmidt-Phiseldeck
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