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Jan von Schmidt-Phiseldeck zur Sparkassen-Bilanz

Kommentar Jan von Schmidt-Phiseldeck zur Sparkassen-Bilanz

Hohe Kundeneinlagen zur Refinanzierung von Krediten garantierten den Sparkassen viele Jahre lang ein auskömmliches Geschäftsmodell. Doch in Zeiten von negativen Zinsen für Einlagen bei der Europäischen Zentralbank steht dieses Modell vor dem Aus.

Die Kosten können so nicht mehr dauerhaft gedeckt werden und müssten künftig aus der Substanz refinanziert werden.

Wenn die EZB an ihrer Geldpolitik festhält und die Ansprüche der Regulierungsbehörden weiterhin steigen, müssen die Sparkassen an der Kostenschraube drehen. Die Konsequenzen liegen auf der Hand: Weniger Filialen, weitere Fusionen der Institute, negative Einlagezinsen für private Kunden. Vor letzterem Tabubruch scheuen sich die Sparkassenvorstände. Sie wissen genau, dass sich dann viele Kunden sofort nach Alternativen umsehen würden. Noch profitieren die Sparkassen von den Geschäften, die sie zu Zeiten höherer Zinsen abgeschlossen haben. Doch diese Einnahmequelle mit Kreditzinsen von fünf Prozent oder mehr sind endlich, gleichzeitig steigt aufgrund einer drohenden Immobilienblase das Risiko, weiterhin großzügig Kredite vergeben zu können.

Ein Rettungsanker könnte sein, gemeinsam als überregionaler Verbund Funktionen zu zentralisieren und sich vor Ort auf den Produktvertrieb zu konzentrieren. Auch eine Zusammenlegung der elf regionalen Sparkassen-Versicherer und zehn Landesbausparkassen könnte viel Geld sparen. Doch der Weg zu so viel Einigkeit ist weit. Zu weit?

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Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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