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Jana Ohlhoff zum Zustand der Badeseen

Kommentar Jana Ohlhoff zum Zustand der Badeseen

Als Tourist hat man es wirklich nicht einfach in Schleswig-Holstein: Erst darf man in Winterjacke dem Dauerregen trotzen. Und kaum knackt das Thermometer endlich die 25-Grad-Marke, vermiesen Meldungen über stinkende Blaualgen-Teppiche den Badespaß. Was für Strandbesucher ärgerlich bis eklig ist, ist im Kern ein akutes Umweltproblem. Das zum Himmel stinkt.

Schuld an der Misere sind zunächst einmal klar die Landwirte. Sie haben lange Zeit ungeniert bis an die Gewässerkanten gedüngt und somit einen großen Beitrag zur Eutrophierung der Seen geleistet. Aber auch Umweltminister Robert Habeck steht in der Verantwortung. Seine Allianz mit dem Bauernverband zum Gewässerschutz greift in der Sache zu kurz. Nach zähem Ringen über die Breite von Uferstreifen hat man sich lediglich auf einen Kompromiss geeinigt, der ausschließlich auf Freiwilligkeit basiert. In der Praxis ist das leider zum Freifahrtschein für die Bauern geraten. Hier muss Habeck nachbessern. Dazu müsste sich der viel gelobte „Kompromiss-Minister“ allerdings endlich einmal entschlossen gegen den Widerstand der Agrar-Lobby durchsetzen. Schließlich ist nicht jeder Kompromiss eine gute Lösung.

Ein Hauptknackpunkt ist aber immer noch der Bund: Habeck muss sich in Berlin noch stärker als bislang für eine umweltgerechte Novellierung der Düngeverordnung einsetzen. Andernfalls drohen sogar Strafzahlungen der EU. Und die helfen niemandem: Weder der Umwelt noch den Bauern oder den Touristen.

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Jana Ohlhoff
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Blaualgen in Badeseen
Foto: Die Seen seien in einem schlechten Zustand, kritisierte der Naturschutzverband Nabu am Mittwoch.

Getrübter Badespaß im „echten Norden“: Vermehrt auftretende Blaualgen erschweren den Gang ins kühle Nass. Gerade die sommerlichen Temperaturen und Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft sorgen für optimale Wachstumsbedingungen. Der Nabu sieht Handlungsbedarf.

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