3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Jens Kiffmeier zum G7-Treffen in Lübeck

Kommentar Jens Kiffmeier zum G7-Treffen in Lübeck

3500 Polizisten, verrammelte Läden und nur sieben Außenminister – Lübeck zittert rund um das G7-Treffen vor Krawallmachern und gleicht einer Festung. Der Aufwand ist immens und mehrere Millionen Euro teuer, so dass sich nicht nur Bewohner der Hansestadt fragen: Ist das alles nötig? Doch Hochsicherheit hin oder her: Die G7-Runde sollte man nicht verteufeln. In Krisenzeiten ist sie als Gesprächsforum unerlässlich – auch wenn sie viel vom ursprünglichen Charme verloren hat.

1975 gründeten die G7-Staatschef die Runde unter dem Eindruck der Ölkrise, um abseits des Protokolls die Globalisierungsprobleme zu lösen. 40 Jahre später ist das Kamingespräch zu penibel vorbereiteten Gipfeltreffen mit ministeriellen Vorbesprechungen mutiert. Dass zugleich die Sicherheitsvorkehrungen aus dem Ruder laufen, ist nicht die Schuld der Politik, sondern der Krawallmacher, die regelmäßig bei diesen Ereignissen auftauchen und das Demonstrationsrecht mit Füßen treten.

Die oftmals geäußerte Forderung, die G7-Gipfel durch eine Telefon-Konferenz zu ersetzen, führt in die Irre. Diplomatie funktioniert nicht nur durch den Hörer. Globale Krisen wie die Konflikte im Nahen Osten oder die Ebola-Epidemie in Afrika bedürfen von Zeit zu Zeit persönlicher Gespräche zwischen den führenden Wirtschaftsnationen. Das müssten eigentlich auch G7-Gegner begreifen – und die gewaltbereiten Radikalen, deretwegen friedliche Demonstranten ständig an den Rand des Sicherheitsgürtels gedrängt werden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Jens Kiffmeier
Wirtschaftsredaktion

Gewinnspiele

Kostenlos mitmachen
und mit etwas Glück
jetzt gewinnen!

Veranstaltung in...

Aktuelle
Veranstaltungen
und Tagestipps!

Anzeige
Mehr zum Artikel
G7-Treffen in Lübeck
Foto: Polizisten sichern während des G7-Außenministertreffen in Lübeck die Zufahrt zum Markt.

Das Außenministertreffen der G7 in Lübeck hat begonnen. Am Abend begrüßte Bürgermeister Bernd Saxe sechs der sieben Minister im historischen Rathaus. Allein US-Außenminister John Kerry reist erst am Mittwoch an. Bereits am Dienstag folgten 1500 Menschen dem Aufruf zur Demonstration "Stop G7". Am Abend provozierten erste Störer die Polizei.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr