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Jens Kiffmeier zur Flüchtlingstragödie

Kommentar Jens Kiffmeier zur Flüchtlingstragödie

Die Todesbilanz ist schockierend. 59 Männer, acht Frauen und vier Kleinkinder – so viele Flüchtlinge sind in Österreich qualvoll auf einer Lkw-Ladefläche erstickt. Für ihren Tod sind skrupellose Menschenschmuggler verantwortlich. Einerseits.

Andererseits zeigt sich in der Tragödie aber auch die unerträgliche Untätigkeit innerhalb der Europäischen Union.

Keine Frage, den Menschenschleppern muss das Handwerk gelegt werden. Eine Null-Toleranz-Politik mit harten Strafen gegen die Banden ist unerlässlich. Doch darin darf sich das europäische Handeln nicht erschöpfen. Leider ist genau das zu befürchten. Denn in der Festung Europa gilt das Prinzip Abschottung. Aber niemand sollte glauben, dass dadurch die Flüchtlingsströme gestoppt werden. Wer alles aufgibt, seine Ersparnisse hergibt, monatelang unterwegs ist in die Ungewissheit und nachts seine Kinder über Stacheldrahtzäune hebt, macht das aus purer Not. Das müssen auch die Ewiggestrigen in Deutschland begreifen, die durch die Gnade ihrer Geburt ein Leben weit weg von solchem Elend führen können.

Europa muss seiner Verantwortung endlich gerecht werden. Mit einer fairen Verteilung der Flüchtlinge in der EU. Mit legalen Einreisewegen. Mit einer besseren Entwicklungspolitik. Nur so kann den Schleppern die Geschäft entzogen werden. Sonst müssen wir uns an die Leichen gewöhnen. Aber das wäre unserer Gesellschaft unwürdig.

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Jens Kiffmeier
Wirtschaftsredaktion

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