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Jens Kiffmeier zur Rente

Kommentar Jens Kiffmeier zur Rente

Viertletzter! Die Rentner im Norden hinken mit ihren durchschnittlichen Altersbezüge fast der ganzen Republik hinterher. Das ist das traurige Ergebnis des aktuellen Rentenreports. Eine schnelle Verbesserung der Lage ist dabei nicht in Sicht.

Denn die bittere Wahrheit ist: Den Mut zur tiefgreifenden Veränderung bringt im Land niemand auf – weder die Politiker noch die Bürger.

Klar, es gibt Rezepte, die auch eine Landesregierung vorantreiben kann: Kita-Ausbau zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, mehr Investitionen in Infrastruktur für mehr Arbeitsplätze – alles richtig und kurzfristig wichtig, um im Bundesvergleich nicht zum Schlusslicht zu avancieren. Trotzdem wird es künftig am Ende nicht mehr für jeden zu einer auskömmlichen Rente reichen. Denn deutschlandweit drückt die Demografie das Rentenniveau rasant und massiv nach unten.

 Hier ist der Bund gefordert. Doch einen Gesamtplan gibt es nicht. Die Politik scheut den großen Streit um eine Reform, etwa um alle Verdiener – egal ob Angestellte, Beamte oder Ärzte – in eine einzige Rentenkasse einzahlen zu lassen. Stattdessen wird am bestehenden System mit der Verschiebung des Renteneintrittsalters und der Einführung der Mütterrente herumgedoktert. Augen zu und durch, so das Prinzip. Die Älteren freut es, ihnen wird nichts weggenommen. Und die Jüngeren nehmen die geplünderten Rentenkassen gleichgültig hin. Proteste? Sucht man auf deutschen Straßen vergeblich. So macht man es der Politik wahrlich zu leicht.

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Ein Artikel von
Jens Kiffmeier
Wirtschaftsredaktion

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Länder-Ranking
Foto: Laut der Analyse der Rentenversicherung bezogen im vergangenen Jahr 601273 Personen in Schleswig-Holstein eine reguläre Altersrente.

Eine neue Studie enthüllt: Rentner im Norden verfügen im Bundesvergleich eher über geringe Altersbezüge. So belegt Schleswig-Holstein in einem am Mittwoch veröffentlichten Länder-Ranking den viertletzten Platz. Im Landeshaus sorgte der Report für Zündstoff.

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