16 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Jörn Genoux zu Kosten der Flüchtlingshilfe

Kommentar Jörn Genoux zu Kosten der Flüchtlingshilfe

Angesichts der dramatischen Lage in Syrien und anderen Ländern verbietet sich eine Diskussion über die Kosten der Flüchtlinge in Deutschland eigentlich. Denn Menschen in Lebensgefahr sind mit allen Mitteln zu schützen. Aber natürlich stellt sich auf der anderen Seite auch die Frage nach den Kosten der Flüchtlingsbetreuung.

Eine verantwortungsbewusste Politik zeichnet sich dadurch aus, dass sie die Ausgaben im Blick behält, sich rechtzeitig Gedanken macht über die Finanzierung – und die Bürger offen und ehrlich darüber informiert.

Da ist es gut, dass seit einigen Wochen eine heftige Ökonomen-Debatte zu diesem Thema in Gange ist. Marcel Fratzscher, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), hatte behauptet, schon nach sieben Jahren bringe ein Flüchtling dem Staat Geld. Ulrich von Suntum und Daniel Schultewolter von der Uni Münster haben ihm jedoch grundlegende Rechenfehler nachgewiesen und kommen zu dem Schluss: Der Flüchtlingszustrom bedeutet „ökonomisch eine massive Belastung der einheimischen Bevölkerung“. Nun gelangen die Kieler Forscher zu ganz ähnlichen Ergebnissen. Hohe, zweistellige Milliardenkosten über einen längeren Zeitraum kommen auf Deutschland zu. Daraus allerdings zu schließen, nun müssten die Grenzen geschlossen werden, wäre grundfalsch. Aber jetzt umgehend über Finanzierungsmöglichkeiten nachzudenken, dafür ist es höchste Zeit.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
IfW Kiel
Foto: Hier haben die Experten des Insituts für Weltwirtschaft Flüchtlingskosten simuliert.

Die deutsche Finanzpolitik steht vor der „größten Herausforderung seit der Wiedervereinigung“. Das stellt das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) fest. Das IfW geht davon aus, dass Deutschland bis zum Jahr 2022 mit jährlichen Flüchtlingskosten in Höhe von 25 bis 55 Milliarden zu rechnen hat.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus KN-Kommentare 2/3