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Jörn Genoux zu TKMS

Kommentar Jörn Genoux zu TKMS

Das gehört schon fast zum guten Ton: Dass Unternehmen im Kampf um Milliarden-Aufträge nicht nur ihre Leistung herausstellen, sondern auch die Schwächen der Wettbewerber. Und für einen solchen Mega-Auftrag, um den ThyssenKrupp kämpft, gilt das erst recht. Ein faires Spiel der Kräfte ist das nicht.

Insofern sollte man die Gerüchte darüber, dass der deutsche Konzern im Bieterrennen gegen die Japaner und Franzosen angeblich zurückgefallen ist, nicht überbewerten. Aber die Kieler U-Boot-Bauer und der Mutterkonzern in Essen sollten sie auch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn Zweifel an ihrer Leistungsfähigkeit dürfen sie gar nicht erst aufkommen lassen. Insofern könnten die Gerüchte vielleicht sogar ein Steilvorlage für die U-Boot-Experten aus Kiel sein. Sie haben nun einen guten Grund dafür, ihre Lobbyarbeit in Canberra noch einmal zu verstärken. Einen unangemessenen Versuch der Einflussnahme auf politische Gremien dürfte man ihnen jedenfalls nicht unterstellen, denn sie reagieren schließlich nur auf Unterstellungen.

Das Problem ist: Die Verbreiter der Gerüchte haben genau die größte Schwachstelle der Deutschen getroffen. Denn tatsächlich hat das Unternehmen noch nie ein U-Boot dieser Größenordnung gebaut. Die größten bislang gebauten Boote, die für Israel, sind 68 Meter lang; und zurzeit entsteht in Kiel ein Boot für Singapur, dass 72 lang werden soll. Da sind die geplanten 90-Meter-Boote für Australien schon eine ganz andere Nummer.

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TKMS
Foto: Zwölf dieser U-Boote des Typs „HDW 216“ (90 Meter Länge) will ThyssenKrupp gerne für Australien bauen.

In sechs Monaten will Australien einen der weltweit größten Rüstungsaufträge vergeben. Es geht um 35 Milliarden Dollar (32 Milliarden Euro). Zwölf 90 Meter lange U-Boote wollen die Australier bestellen. Die Kieler Werft ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) hat ein Angebot abgegeben.

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