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Jörn Genoux zum 1. Mai und zum Arbeitsmarkt

Kommentar Jörn Genoux zum 1. Mai und zum Arbeitsmarkt

Am 1. Mai vor 125 Jahren beteiligten sich rund 100000 Männer und Frauen im Deutschen Reich an den sogenannten „Maispaziergängen“. Inmitten harter Auseinandersetzungen zwischen Unternehmern und Arbeitern legten sie damit den Grundstein für den Feiertag, wie wir ihn heute kennen.

Doch damals war wohl niemandem zum Feiern zumute. Der Tag war aus Sicht der Arbeiter ein Kampftag, dem im Laufe des Jahres 1890 noch zahlreiche, teils erbittert geführte Streik- und Protestaktionen folgten. Sie führten zumindest zu einem kleinen Erfolg. Die Arbeiterschaft konnte die Koalitionsfreiheit durchsetzen, nicht jedoch den Neun-Stunden-Tag. Es blieb zunächst bei zehn Stunden – an sechs Tagen der Woche versteht sich.

Seither sind zahlreiche soziale Errungenschaften durchgesetzt worden. Doch selbstverständlich sind solche Fortschritte nicht. Daher hat der 1. Mai weiter seine Berechtigung, auch wenn er längst kein Kampftag mehr ist und die große Mehrheit der Deutschen ihn nur als freien Tag zu Frühlingsbeginn wahrnimmt. Umso passender, dass die Bundesagentur für Arbeit am Tag zuvor ein Programm für Langzeitarbeitslose gestartet hat. Denn trotz insgesamt guter Zahlen: Auf dem Arbeitsmarkt läuft es nicht überall rund. Er ist gespalten. Es gibt eine relativ große Gruppe von Langzeitarbeitslosen, die von der guten Entwicklung kaum profitiert. Hier sind dringend Anstrengungen nötig, diesen Menschen und damit auch ihren Familien wieder neue Perspektiven zu eröffnen. Das ist kein Spaziergang.

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