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Jörn Genoux zum Wirtschaftsstandort Brunsbüttel

Kommentar Jörn Genoux zum Wirtschaftsstandort Brunsbüttel

„Die Unterelbe-Region zählte noch stets zu den Armenhäusern der Nation. In Dithmarschen etwa, wo es nicht viel mehr als Kohl und Kühe gibt, liegen die Löhne um ein Drittel unter dem schleswig-holsteinischen Landesdurchschnitt.“ Das schrieb „Der Spiegel“ im Oktober 1974 in einem langen Bericht über den Aufbau des Industriegebiets in Brunsbüttel.

Manche sahen damals schon ein neues Ruhrgebiet an der Elbe entstehen. Denn auch auf der südlichen Seite der Elbe bauten Konzerne Produktionsanlagen auf. Auf Tausende Arbeitsplätze und Wohlstand hofften die einen, die anderen fürchteten gravierende Schäden für die Umwelt. Beides ist nicht in dem Maße eingetreten wie erhofft beziehungsweise befürchtet. Aber eines hat sich grundlegend verändert: Die Unterelbe-Region zählt nicht mehr zu den Armenhäusern der Region.

Bayer (heute Covestro) und die anderen Unternehmen haben hochwertige Arbeitsplätze geschaffen, sie zahlen in der Regel überdurchschnittlich hohe Gehälter, sind verlässliche Ausbilder und engagieren sich auch bei sozialen Projekten in den umliegenden Gemeinden. Das Industriegebiet konnte Anfang der 70er Jahre nur gegen großen Widerstand zahlreicher Anwohner und Umweltschützer und nur mit relativ hoher öffentlicher Förderung aufgebaut werden. Aber es hat der Region eine nachhaltige Perspektive gegeben. Denn die Konzerne in Brunsbüttel machen sich derzeit mit zum Teil großem Aufwand fit für die Zukunft.

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Großinvestitionen
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Am Wirtschaftsstandort Brunsbüttel läuft es derzeit richtig rund: Die vier Kanal-Schleusen funktionieren wieder, seit dem Sommer gibt es eine Fährverbindung nach Cuxhaven, der Hafen wird möglicherweise ein Terminal für Flüssiggas (LNG) erhalten, und die Firmen im größten Industriegebiet Schleswig-Holsteins investieren kräftig.

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