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Jürgen Küppers zu den Abi-Noten

Kommentar Jürgen Küppers zu den Abi-Noten

Um es gleich vorwegzunehmen: Nein, die Abi-Durchschnittsnoten der 99 Gymnasien im Norden sind kein Schul-Ranking. Das sollte es wohl auch nicht sein. Gleichwohl fällt auf: Traditionsreiche Schulen wie das Katharineum (Lübeck) oder die Gelehrtenschule (Kiel) mit gut situiertem Klientel liegen seit Jahren an der Spitze.

Andere, vor allem in sozial wie finanziell eher schwierigen Stadtteilen, unterschreiten regelmäßig und deutlich den Landesmittelwert.

 Experten warnen davor, diesen Werten zu viel Bedeutung beizumessen und daraus leichtfertig Rückschlüsse auf die Unterrichtsqualität zu ziehen. Aber bei der jetzt vorgelegten Statistik ging es auch nicht um die Suche nach Schleswig-Holsteins Superschule. Es ging um die sehr berechtigte Frage, ob der parallele Durchlauf von G8 und G9 an den Gymnasien Folgen für den Leistungsstand der Abiturienten hatte. Und damit letztlich um die Frage, ob das nach wie vor umstrittene G8-Modell ein Erfolg ist oder das Gegenteil. Doch die aktuellen Zahlen geben hierzu noch keinen Aufschluss.

 Vielleicht wissen wir im Juli 2017 mehr, wenn das Land eine Datenauswertung vorlegt, die die Abi-Durchschnittsergebnisse nach G8 und G9 differenziert. Aber selbst das alleine dürfte wenig über die in der Schulzeit erworbenen Fähigkeiten der Abiturienten aussagen. Sollten Tests das nicht endlich klären, bleiben G8 oder G9 weiterhin eine Frage des Glaubens – und der bildungspolitischen Ideologie.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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