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Jürgen Küppers zu den Daz-Schulen

Kommentar Jürgen Küppers zu den Daz-Schulen

Die gute Nachricht: Kieler Schulen öffnen sich künftig (nicht immer ganz freiwillig), um junge Flüchtlinge für den Unterricht von Deutsch als Zweitsprache (Daz) bei sich aufzunehmen. Damit entlasten sie die bislang 13 Daz-Schulstandorte.

Von denen wurden einige durch große Platznot sowie deren Folgeprobleme wie Handgreiflichkeiten unter Schülern oder Vandalismus an den Rand ihrer Möglichkeiten gedrängt. Das beinhaltet auch die weniger gute Nachricht: Die Probleme sind nicht neu. Erst auf massiven Druck einiger Schulleiter und der Stadt hin hat sich das Schulministerium jetzt zu einer Reform des Systems bewegen lassen, die nach den Sommerferien greifen soll.

Bei der breiten Verteilung von Daz-Schülern geht es aber nicht nur um die Entlastung einiger Schulen. Es geht auch um eine durch die Reform mögliche und längst überfällige (Teil-)Integration junger Flüchtlinge. Bisher lernten sie an den Daz-Zentren ein paar Stunden Deutsch, gingen wieder nach Hause und hatten mit dem Schulalltag weiter nichts zu tun. Jetzt können sie je nach erworbenen Sprachkenntnissen früher als bislang an einigen sinnvollen Unterrichtsstunden (zum Beispiel Sport, Englisch), am Mittagessen oder an Freizeitangeboten teilnehmen – und damit ein Stück deutscher Realität und Kultur kennenlernen. Mit der Verteilung der Daz-Schüler dürfte noch ein Problem verschwinden: Anmeldezurückhaltung von Eltern, die ihre Kinder nicht auf Schulen mit Flüchtlingen schicken wollen.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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